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 Chronik

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Janine
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BeitragThema: Re: Chronik   Mo Jan 12, 2015 8:41 pm

Doppeltes Glück



Nachdem unsere Halbgötter die Bestie im Dschungel besiegt hatten, führten sie ihren Weg fort, der sie ins Bergdorf des Felsenstammes führen sollte – Kainai. Kainai entpuppte sich als ein von Palisaden eingezäuntes, recht großes Dorf, bestehend aus unzähligen Zelten hoch oben im Hochland an der Grenze zum Gebirge. Die Gegend stellte sich als sehr fruchtbar heraus und wenn man sich von den Klippen fernhielt, durfte man die grüne Gegend mit den vielen Weiden gut und gern als aztuurisches Paradies bezeichnen. Hier schien der Friede vorherrschend zu sein und dieser wurde nicht zuletzt von einem gewissen Mann namens Wapascha repräsentiert, der die Gruppe in Empfang nahm – samt seiner Tochter Enjia.
Als wirklich sehr fremdenfreundlicher Mann nahm der Enjia wirklich sehr ähnlich sehende Medizinmann eines kleinen Nomaden-Clans, der momentan vor den Toren Kainais rastete, jeden Halbgott in die Arme und hieß sie Willkommen.
Und friedlich wie Wapascha waren auch die nächsten Tage, die die Halbgötter dazu nutzten, ihre neue Umgebung etwas zu beschnuppern und sich von den Strapazen in Eldorado zu erholen. Dabei lernten sie einen sehr mürrischen, aber streng militärisch wirkenden Gesellen namens Isaam kennen, warteten jedoch größtenteils auf das Ereignis, wegen dem sie eigentlich gekommen waren: Die Geburt von Enjias Baby.
Am 2. Januar war es schließlich soweit und Enjias Freunde sowie Zeilon, dessen Nerven zum Zerreißen gespannt waren, wurden Zeuge von einem weiteren kleinen Wunder, an dem die Halbgötter teilnehmen durften. Zwei kleine Babys, ein Mädchen und ein Junge, die auf die Namen Lucia und Louis hörten, erblickten das Licht der Welt und machten ihre Eltern überglücklich.
Nun kann man nichts mehr tun, als der kleinen Familie alles erdenklich Gute für ihre gemeinsame Zukunft zu wünschen!
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Janine
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BeitragThema: Re: Chronik   Mo Jan 19, 2015 11:41 pm

Goldrausch



Während Enjia und Zeilon in aller Unschuld ihr Elternglück genossen, war Aurora die ganze Harmonie hier zu viel und in ihr begann sich wieder ihre Gier nach Gold zu regen. Aus ihrer Privat-Sammlung an Schatzkarten zog sie ein Tagebuch hervor, in dem die Rede von einer Schatzhöhle war, die sich irgendwo in der Umgebung Kainais befinden sollte. Das Tagebuch berichtete von einer Expedition dorthin und lieferte ihr ungefähre Richtungsangaben. Allerdings endete die Expedition für die Gruppe in ihrem Tagebuch nicht gerade sehr freundlich, denn viele Expeditionsmitglieder seien einen brutalen Tod gestorben.
Diese kleine, aber feine Information enthielt Aurora ihren Gefährten, als sie ein paar von ihnen bat, sie zu der absolut ungefährlichen Schatzhöhle zu begleiten, die ganz bestimmt noch voller Schätze war, denn laut Aurora habe das damalige Expeditions-Team aus ihrem Tagebuch die Höhle nie gefunden.
Und so machte sich Aurora mit Janine, Zeilon, Mara, Leatrice und Epicus auf den Weg ins felsige Tal in Richtung Gebirge. Seltsamerweise war die Höhle nicht allzu schwer zu finden und schon sehr bald entdeckte Leatrice den eindeutig von Menschenhand gefertigten Eingang, auf dem sich einige, fremde Schriftzeichen wiederfanden.
Die Halbgötter betraten die Höhle und Janine nahm ihre bereits vorher beschlossene Funktion als menschliche Laterne ein. Da die Höhle nun hell erleuchtet war, konnte man sehen, dass sich viele Höhlenmalereien an den Höhlenwänden befanden, die Leute in ihrem Alltag, beim Arbeiten oder beim Essen zeigten. Hier und da sah man dieselben fremden Schriftzeichen wie im Eingangsbereich.
So weit so gut, dachte sich Aurora, doch ein Schatz war hier noch nicht zu sehen.
Ihre Lügengeschichte begann jedoch genau dann zu bröckeln, als die Gruppe auf die erste, zertrümmerte Leiche stieß, die lediglich aus Knochen bestand und deren Werkzeug stark verbeult war. Als noch weitere Leichen auftauchten, wurde Aurora von ihren Kameraden zur Rede gestellt, woraufhin sie gestehen musste, dass es hier wohl etwas sehr Gefährliches gab, was dem Expeditions-Team den Garaus gemacht haben musste.
Janine fühlte sich schrecklich verraten von der Piratin und hatte nun furchtbare Angst um ihr ungeborenes Baby. Doch Epicus, der Held, schwor, sie zu beschützen.
So drangen sie weiter vor in die Höhle und kamen schon bald vor einer verschlossenen Flügeltür zum Stillstand. Zu ihrer rechten Seite befand sich das Gebilde einer gigantischen Figur mit annähernd menschlichen Proportionen und zu ihrer Rechten ein langer Text in Alt-Aztuurisch, den niemand entziffern konnte. Lediglich Aurora glaubte, die Worte ‚mein Schatz‘ entziffern zu können.
Auf Wunsch aller Gefährten öffnete Epicus die Flügeltür, doch plötzlich brach die vermeintliche Figur aus der Wand heraus und griff Epicus an. Ihn mit seiner massigen Faust treffend, offenbarte sich den Halbgöttern, wer bzw. was die ganzen Männer hier getötet haben musste – ein massiver Goldgolem!
Dieser entpuppte sich als ein schmerzunempfindliches Wesen, welches zudem über Magnetkräfte verfügte und unsere Halbgötter auf diese Weise mit ihren eigenen Waffen, Schmuck oder Rüstungen attackierte oder aber – wie in Zeilons Fall – selbst zum Geschoss machten.
Besiegt werden konnte der mit kräftigen Faustschlägen und einem Sturm an fliegenden Halbgott-Waffen kämpfende Golem, indem Mara sowie Zeilon und Aurora ihn abwechselnd mit Wasser bzw. Feuer anheizen oder abkühlen ließen, bis er sich in seiner Grundform total verformte. Auch Janine beteiligte sich, indem sie ihn mit Lichtstrahlen angriff, während sich Epicus selbstlos dem Golem selbst stellte, um seine Angriffe für seine Verbündeten abzufangen. Leatrice zog Erdwände hoch.
Als der Golem fiel, ließ er viel Gold und eine Lebensessenz zurück. Und im Grunde war das der für die Halbgötter einzig interessante Schatz der Höhle, denn der größte „Schatz“ des Erbauers waren die Leichname seiner Familie, die hier in einer bestens geschützten Grabkammer die ewige Ruhe genießen sollten. Als die Halbgötter einsahen, dass dies hier keine Schatzhöhle, sondern eine Grabkammer war, verschlossen sie die Tür wieder und sammelten die Überreste des Goldgolems ein.
Das Geheimnis der Legende um die Schatzhöhle war, dass der Golem nur dazu dienen sollte, das Grab vor Grabräubern zu schützen, doch der Golem hatte von Anfang an eine Macke an der Schulter, sodass er dort ein Stück Gold verlor, welches von einem der Expeditionsmitglieder gefunden wurde und fälschlicherweise als Teil eines großen Goldschatzes interpretiert wurde.
Wie geronnen, so zerronnen, hieß es einmal wieder. Doch vielleicht war nicht nur der Frau in Auroras Tagebuch, sondern auch dem einen oder anderen Halbgott bewusst geworden, dass das Leben doch der wertvollste Schatz von allen war.
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Janine
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BeitragThema: Re: Chronik   Di Jan 27, 2015 9:25 pm

Himmelsstürmer



Und wer wäre unsere charmante, kleine Halbgott-Gruppe, wenn sie sich nicht sofort wieder in die nächste Gefahr stürzen würden?
Denn eines stand fest: Janine, Aurora, Kamui, Enjia, Chochokpi, Keala, Antares, Riana und Sethos konnten das aufgeregte Gemurmel der Dorfleute, in dem es um den ‚großen Bogen‘ ging, den man im Tal gesehen hatte (sowie um einige Angriffe auf Dörfer seitens eines großen Rächers namens ‚Wakinyan‘), auf keinen Fall ignorieren.
Natürlich suchten die Halbgötter sofort das besagte Tal auf und stellten fest, dass es sich bei dem großen Bogen um eine Balliste handelte, die gerade von einem blonden Mann mittleren Alters repariert wurde. Um ihn herum türmten sich mindestens ein Dutzend Leichen, die durch Genickbruch ums Leben kamen oder dadurch, dass man ihnen den Kopf sowie andere Extremitäten komplett ausgerissen hatte. Lediglich ein verstümmelter Mann lebte noch und wurde umgehend von Kamui geheilt, sodass dieser ihnen mitteilen konnte, dass der Mann an der Balliste Schuld am Tod seiner Kameraden sei.
Dieser Mann wurde natürlich umgehend zur Rede gestellt und entpuppte sich als Bronek, der Anführer der Gilde der Jäger. Von den ungestümen Halbgöttern an der Front wurde er gleich angepöbelt, doch als man ihn in aller Ruhe nach seinen Gründen für das Morden fragte, stellte sich heraus, dass er in Wahrheit nur seine Gilde hatte verteidigen wollen. Diese habe nämlich von einigen Einheimischen einen Jagdauftrag erhalten, an dem der verstümmelte Mann nicht ganz unschuldig war. Dieser Mann und seine Gruppe hatten es nämlich auf das Ei eines Donnervogels abgesehen, da die Eierschalen angeblich magische Kräfte besitzen sollen. Aus diesem Grund hatten er und seine Freunde das Nest geplündert, wurden dabei jedoch vom Muttertier erwischt, das den Großteil der Räuber vernichten konnte, jedoch nicht alle. Sie schafften es zwar nicht, den Vogel zu töten, ihn jedoch zu verwunden und damit wütend zu machen. Dieser Vogel wusste nicht, dass das Ei bereits zerbrochen war, weshalb es nun umliegende Dörfer angriff auf der Suche nach seinem Ei.
Da das Tier absolut nicht mehr zu besänftigen und zu stoppen war, hatte man die Gilde gerufen, um das Tier zu erlegen und weitere Todesfälle zu vermeiden. Als sie ihre Ballisten jedoch in Position bringen wollten, stießen sie auf das Lager der Wilderer, die überraschend Broneks gesamte Truppe meuchelten, ehe er ihnen selbst den Garaus machen konnte.
Als die Halbgötter die Wahrheit über die toten Männer sowie die angegriffenen Dörfer erfuhren, entschuldigten sie sich bei Bronek für ihr aufbrausendes Verhalten und entschieden sich ohne groß darüber nachzudenken dafür, ihm im Kampf gegen den Donnervogel zur Seite zu stehen.
Zum Üben lieh Bronek den Halbgöttern eine Truhe voller Federschwingen und Federkronen, da man einen Vogel am besten vom Himmel holte, indem man ihn direkt vor Ort angriff. Er selbst würde die Balliste reparieren und bedienen, sobald die Halbgötter den Vogel aus dem Gebirge ins Tal gelockt haben würden.
Nach ein paar Trainings-Einheiten, die Janine, Kamui, Enjia und Chochokpi den üblichen Nicht-Fliegern boten, machte sich die Gruppe mit Ausnahme von Janine auf den Weg ins Gebirge.
Es war ein langer und nicht ganz einfacher Weg, doch sie erreichten das Gebirge soweit unbeschadet. Dort sahen sie sich jedoch einem gigantischen, schnellen und zudem gefährlichen Gegner gegenüber, der eine Hetzjagd auf die startete, die im Idealfall damit enden sollte, dass Bronek den Vogel mit der Balliste vom Himmel holen würde. Allerdings hatten die Halbgötter den Vogel maßlos unterschätzt, der sie arg verletzte und mit seinen Blitzen lähmte. Am Ende gelang es den Halbgöttern mit Broneks Hilfe zwar den Vogel zu erlegen, doch die Freude über den Sieg blieb verhalten. Sie hätten beinahe Verluste zu beklagen gehabt und allmählich stieg die Unzufriedenheit darüber, sich immer planlos und unvorbereitet in ein Gefecht zu stürzen. Ein Streit innerhalb der Gruppe brach aus, in dem die eine Fraktion die andere beschuldigte.
Und dieser Streit war der Auslöser dafür, dass sich etwas innerhalb der Gruppe ändern musste. Dringend!
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Janine
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BeitragThema: Re: Chronik   Di Jan 27, 2015 10:34 pm

Mut zur Veränderung



Nach der Tötung des Donnervogels und dem darauffolgenden Streit waren schon einige Tage vergangen, doch Kamui hatte das, was gesagt oder getan wurde – und das nicht nur an jenem Tag – nicht mehr losgelassen. Es herrschte so viel Unfrieden in dieser Gruppe… Keiner traute dem anderen über den Weg, man sprach sogar Morddrohungen aus oder versuchte tatsächlich handgreiflich zu werden. Von Zusammenhalt war keine Rede mehr und da halfen auch keine geplanten harmonischen Abende wieder, wenn keine langfristige Besserung zu erkennen war.
Kamui sah es für sich an der Zeit, ein Machtwort auszusprechen und grundlegende Änderungen von und innerhalb der Gruppe zu fordern, denn ansonsten würden sie sich irgendwann alle gegenseitig an die Gurgel gehen.
Aus diesem Grund rief er die Gruppe zusammen und schilderte seine Anliegen. Er machte deutlich, dass sie irgendwann dem Tode geweiht sein würden, wenn nicht endlich etwas Toleranz, Respekt, Akzeptanz und Zusammenhalt in diese Gruppe käme und dass er ohne diese Voraussetzungen nicht mehr mit einer Gruppe von Soziopathen in die Schlacht ziehen würde.
Diese Äußerungen stießen natürlich erst einmal auf Protest, aber in Wahrheit wünschte sich hier beinahe jeder ein besseres Gruppen-Gefühl und in Wahrheit wusste auch jeder, dass mangelnde Toleranz schon immer ein Problem in den Halbgott-Reihen gewesen war.
Deshalb forderte Kamui, dass zukünftige Streitereien human geklärt werden sollten, ehe sie ausarteten. Ferner wünschte er sich von der Gruppe, dass ein jeder Mann und eine jede Frau offener sein sollte für die anderen Gruppenmitglieder und sich um ein faires Miteinander bemühen sollte, auch wenn man die betroffene Person vielleicht nicht gerade so gerne mag. Ferner sollten auch die Halbgötter zu Wort kommen, die nicht als erstes ‚Hier!‘ schrien, sondern eher nachdenklicher und vernünftiger Natur waren.
Riana wollte daraufhin wissen, ob Kamui bereits eine Idee hatte, die dazu beitragen würde, das Gruppen-Gefühl zu stärken.
Daraufhin offenbarte Kamui seinen Beschluss, von nun an als Anführer dafür zuständig zu sein, auch innere Konflikte zu lösen und als Ansprechpartner zu dienen. Diese Rolle dachte er auch Kallos als Seelsorger, sowie Sethos und Zahra als seinen Berater zu. Ferner erhob er sowohl Vangis als auch Zeilon in die Berater- und demnach auch Ansprechpartner-Position, um zwei weitere vernünftige Gemüter an seiner Seite zu wissen. Denn von nun an sollten sie nicht mehr als verstreuter Haufen kämpfen, in dem jeder sein eigenes Ding durchzog, sondern gemeinsam als Team. Und um im Krieg ein Team zu werden, musste man erst einmal persönlich im Alltag eine Team-Basis schaffen. Dies schloss ein, einander nicht psychisch unter Druck zu setzen, mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen und Team-Mitglieder nicht grundlos niederzumachen. Die Gruppe sollte lernen, einander zuzuhören ohne gleich auf die Barrikaden zu gehen.
Schließlich hatte die Gruppe ein gemeinsames Ziel: Vadenta vernichten! Die Welt ein Stück weit besser zu machen…
Wo früher noch aus Spaß gekämpft wurde, wurde jetzt gekämpft, um stärker zu werden und Vadenta irgendwann vom Thron seiner Arroganz zu stoßen. Und da sie es mit einem so mächtigen Gegner zu tun hatten, mussten sie ein Team sein, denn sonst hätten sie nie im Leben eine Chance.
Ferner sollten alle Halbgötter einmal darüber nachdenken, warum sie sich dieser Gruppe angeschlossen haben und warum es sich für sie lohnt, zu bleiben. Es musste einen Grund geben, warum sie für und mit der Gruppe kämpfen wollen und ihr ganzes Leben nach ihr ausrichteten. Sollte es in der Gruppe allerdings wirklich Leute geben, die hier eigentlich alle hassten, sollten diese gehen. Doch jeder, der bereit war, einander zu akzeptieren und zu tolerieren, sollte eine Ära der wirklichen Harmonie innerhalb der Gruppe genießen dürfen, sobald alle gemeinsam an einem Strang zogen.
Daraufhin äußerte Riana den Vorschlag eines gemeinsamen Trainings, welches auf verschiedenen Etappen / Fertigkeiten basieren soll, damit jeder die Chance haben würde, von einem anderen zu lernen und gleichzeitig zu beweisen, was er drauf hat oder wie man Fähigkeiten am besten kombinieren könnte.
Es sollte auch dazu dienen, dass sich die Gruppen-Mitglieder besonders kämpferisch aneinander gewöhnten und Achtung vor den jeweils anderen bekommen sollten. Im Vordergrund sollten dabei Ermutigungen und Motivation stehen, die nicht nur eine physische Einheit, sondern auch eine Verbundenheit auf geistiger Basis schulen sollten.
Zahra betonte noch einmal, dass es besonders ihr am Herzen lag, in solchen Situationen von Riana respektiert zu werden und eigentlich war sie der Meinung, es sollte keines Trainings benötigen, um zu beweisen, dass man Respekt verdiente, sondern dass eine gewisse Grund-Akzeptanz und ein respektvolles Verhalten von jedem von ihnen gegeben sein sollte.
Dem stimmte auch Kamui zu unter der Bedingung, dass natürlicher Respekt jedoch immer eine Sache bleiben sollte, an die sich beide Parteien hielten.
Besonders wollte Kamui die Streitereien zwischen Antares und Mara, Leatrice und Enjia sowie Zeilon und Janine beenden oder zumindest soweit eindämmen, dass ein gemeinsames Vertrauen trotzdem möglich sei. Ferner wollte er, dass auch Menschen wie Juan in ihrem Dasein akzeptiert wurden und neben ihm natürlich auch der Nachwuchs, der jetzt zwar Schutz benötigte, irgendwann jedoch zu ihrem Vermächtnis werden würde, dem die Zukunft gehört.
Das Thema ‚Gruppen-Zusammenhalt‘ beendete Kamui schließlich, indem er allen ans Herz legte, hin und wieder mal etwas nachsichtiger zu sein und über ihren inneren Schweinehund zu springen, wenn es hieß zu verzeihen oder geduldig zu sein. Schließlich sei das wahre Team-Arbeit!
Als nächstes sprach er noch die Vorbereitung und Planung einer Mission an beziehungsweise genau die Tatsache, dass eben beide Punkte so gut wie nie beachtet wurden.
Er sprach sich dagegen aus, dass die Gruppe sich weiterhin blindlinks und unbedacht in Gefahren stürzte, sondern dass vor jeder Mission auch mal Pläne geschmiedet, Strategien entwickelt und eventuell benötigte Alchemie-Gegenstände hergestellt wurden. Vor allem aber plädierte er dafür, dass das wahllose Töten aufhören sollte. Dies war der Hauptgrund, warum Kamui neben Sethos und Zahra auch Vangis und Zeilon in den Rat berufen hatte. Sie alle gemeinsam sollten nach Möglichkeit dafür einstehen, friedliche und bedachte Lösungen zu wählen, auch wenn der Weg des Mordens einfacher und vielleicht sogar reizvoller erschien. Schließlich sollten sie keine herzlosen, wahllos tötenden Monster werden.
Zum Schluss entschuldigte sich Kamui bei Vangis für vorherige Feindseligkeiten.
Damit hatten die Halbgötter erst einmal viel zu schlucken, doch die Hoffnung bestand, dass ab jetzt alles besser werden würde und dass sie endlich ein Team werden würden – ein Team, das gemeinsam alles und noch mehr erreichen kann!
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Janine
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BeitragThema: Re: Chronik   Mo Feb 02, 2015 12:43 am

Laleehs Rache



Mit neu gewonnener Stärke starteten die Halbgötter in die nächsten Tage. Tatsächlich schien alles ein wenig harmonischer abzulaufen als noch zu vor und alles hätte so schön sein können, würde die Geräuschkulisse nicht von der ewig schreienden Lucia dominiert.
Man konnte sich streiten, ob sie es war, die den Ärger der Stunde anzog oder die kleine Kiara, die friedlich außerhalb des Dorfes in der Erde wühlte. Auf diese wurde ein grässlich entstellter Untoter aufmerksam, der über die Felder des Felsenstammes wankte und die Verfolgung des kleinen Mädchens aufnahm, die das Ganze für ein Spiel hielt. Zum Glück entkam sie dem Zombie und lockte ihn geradewegs in den Kreis ihrer Familie, die den Zombie umgehend tötete. Doch weitere Untote ließen nicht lange auf sich warten. Beinahe achtzig an der Zahl fielen in Kainai ein und ließen ein paar Einheimische, darunter die Späher, ihr grausiges Schicksal teilen. Tapfer kämpften die Männer des Felsenstammes an der Seite unserer Halbgötter gegen die Zombies, bis die Angriffswelle verebbte und der Boden blutgetränkt war.
Niemand konnte sich erklären, woher diese Monster auf einmal kamen, doch ein Einheimischer machte die Halbgötter auf eine seltsam gekleidete Frau mit einem halb geschorenen Kopf aufmerksam, deren Kopfhaut tätowiert gewesen sein sollte. Sie sei die letzte Reisende, die gesehen wurde, ehe die Zombies angriffen.
Obwohl spekuliert wurde, dass diese, sollte sie wirklich an dem Angriff schuld sein, bestimmt längst über alle Berge wäre, kam sie geradewegs auf die Gruppe zugelaufen, als wollte sie sie etwas fragen. Umgehend wurde sie ausgehorcht, doch es stellte sich recht schnell heraus, dass die fremde Frau, Lucy, nicht die Verursacherin dieser Misere war, womit die Nachforschungen wieder bei null anfingen.
Doch plötzlich erhielt Melody eine Vision, die sie eine gigantische Horde an Zombies im Südwesten am Horizont erblicken ließ. Es musste sich um ein- bis dreitausend solcher Exemplare handeln, die allesamt auf dem Weg nach Kainai waren.
Vangis klärte die Gruppe darüber auf, dass in besagter Himmelsrichtung die Felder von Chudzarro lagen. Auf ihnen fand einst eine gigantische Schlacht zweier Heere um die Herrschaft über Teno Picchu statt. Allerdings ging keiner der beiden Truppen als Sieger hervor und vernichteten sich stattdessen gegenseitig, sodass eine dritte Partei Grund zur Freude hatte. Jedes Aztuura-Kind kannte diese Legende, doch was bewegte das tote Heer dazu, sich nun aus ihren Gräbern zu erheben?
Eine weitere Vision schuf vielleicht nicht mehr Klarheit, jedoch sorgte sie dafür, dass die Halbgötter einen Plan in Angriff nahmen.
Melody sah die zerwühlten Felder von Chudzarro, die erfüllt waren von wahrlich vielen Zombies. Doch neben ihnen sah sie eine Klippe, an deren Rand ein schmaler Trampelpfad entlangführte, der sich außerhalb des Sichtfeldes der Zombies befand und geradewegs an den Feldern und den Horden vorbeiführte. Dieser sollte eigentlich in ein Tal münden, doch ein Erdrutsch schien den Weg versperrt zu haben, sodass nur noch ein kleiner Fluss hinabführte.
Damit endete die Vision, doch Enjia erkannte das Tal als „Paradiestal“, in dem sich ein Wildtierreservat befinden sollte, welches von Yucatan bewohnt wurde, der sich um eben diese Wildtiere kümmerte. Und genau den hatte Enjia schon länger nicht mehr gesehen…
Die Gruppe beschloss daraufhin, sich aufzuteilen. Die Stärksten unter ihnen sollten Kainai gegen die Untoten verteidigen, während die Übrigen über den Pfad unbemerkt ins Paradiestal reisen sollten, um herauszufinden, was es mit dieser Invasion auf sich hatte.
So machten sich Marek, Melody, Kallos, Isaam, Keala, Leatrice, Riana, Lucy, Vangis und Epicus auf den Weg und suchten den Pfad an der Klippe. Lucy nutzte ihre Levitationsfähigkeiten, um auf diesen aufmerksam zu werden, sodass die Truppe der untoten Bedrohung am Horizont über die Klippe hinweg entwichen und unbemerkt an ihnen vorbeigelangen konnte. Ein paar Zombies gelangten zwar (wenn auch unfreiwillig) zu den Halbgöttern auf den Pfad, wurden jedoch umgehend beseitigt.
Der Pfad mündete schließlich wie in Melodys Vision in eine flache, beinahe idyllische Ebene ohne Zombies. Vor den Augen der Halbgötter erhoben sich große Felsmassive, die das sogenannte „Paradiestal“ umgaben und wie vorausgesehen versperrte ein großer Erdrutsch den Weg ins Tal. Das bedeutete, dass der Fluss, der ins Tal führte, tatsächlich noch der einzig intakte Weg war, der ins Tal führte. Vangis erkundigte sich noch, ob auch wirklich alle schwimmen konnten, ehe sich die Halbgötter ihren Weg durch den Fluss hindurch ins Tal bahnten. Zuvor wurde Melody noch Opfer eines schlechten Gefühls… Zumindest schien es ihr so, als würden ihre Visionen nicht mehr funktionieren. Ob sich diese Vermutung als triftig herausstellen würde, erfuhren die Halbgötter erst etwas später.
Als sie im „Paradiestal“ ankamen, stellte sich jedoch heraus, dass es sich hier nicht mehr länger um die einstig grüne Oase handelte, die umgeben war von Prärie. Stattdessen breitete sich ein Antlitz des Schreckens vor den Augen der Halbgötter aus: Modriges Gras, schlammiges, pechschwarzes Wasser, in das der trübe Fluss mündete und tote, gar bizarre Bäume waren dominierend im jetzigen Landschaftsbild, welches nicht mehr wie ein Paradies, sondern wie ein schauriger Sumpf wirkte.
Doch tiefer im Tal konnte man bereits etwas erkennen, was entfernt an Gebäude oder Mauern erinnerten.
Sie wagten sich zu eben diesen Mauern vor, nachdem Melody den Verdacht geäußert hatte, dass hier eine derart negative Energie herrschte, die ihre Visionen blockierte, sodass diese ein weiterer Hinweis darauf sein könnte, dass das ganze Spektakel hier seinen Anfang genommen hatte.
Vor den Mauern diskutierten sie darüber, wie sie am besten vorgingen. Allerdings war man sich zumindest einig, dass Epicus Vorschlag, ‚Hallo‘ zu schreien, vielleicht nicht ganz der Beste war.
Lucy flog über die Mauer hinweg und gab erst einmal Entwarnung. Man sah nichts außer Kadaver, kaputte Bäume, Lehmhütten und eine besonders auffällige Hütte mit Dach. Aber zumindest sah sie keine weiteren Untoten.
Als alle die Mauer durch- oder überqueren wollten, schlug Vangis vor, für den Notfall Teams zu bilden, in die man sich im Fall der Fälle aufteilen könnte. So wurden Marek, Epicus und Keala, sowie Isaam, Leatrice und Kallos als auch Riana, Melody und Vangis ein Team. Lucy wiederum flog über den drei Gruppen her, die sich den Weg zu der besonderen Hütte bahnten, aus der ein beißender Verwesungsgeruch drang.
Plötzlich nutzte Epicus die Chance für einen Heldenauftritt und sprang überraschend in die Hütte hinein, was seine Gefährten in erschrockene Panik versetzte. Doch in der wohnlich eingerichteten Hütte regte sich nichts. Doch der beißende Gestank drang vielmehr aus einem Nebenraum, in den sie gleich eindrangen.
An einem Tisch saß eine stark verweste Leiche, die ihren Kopf auf den Tisch gelegt hatte und von Marek untersucht wurde. Sie schien kein Zombie zu sein, da sie sich trotz seiner Anstöße nicht regte. Auf dem Bett in dem Raum lag eine Art Totenschädel-Maske.
Gerade als sich die Halbgötter die Maske ansehen wollte, erklang eine rasselnde, unheimliche Stimme, die sich darüber freute, dass „Spielgefährten“ zum Essen gekommen waren.
Und im nächsten Moment schon glühten die Augen der Leiche plötzlich violett, woraufhin sie sich erhob. Erklärungen schuldete er den Halbgöttern keine und griff sie mit einer Giftwolke an, nachdem die Gruppe zu ihrer Unzufriedenheit feststellen musste, dass nicht einmal ein Kopftreffer dem sogenannten „Lich“ etwas ausmachte. Getrieben von der Giftwolke stürmten die Halbgötter aus der Hütte heraus nach draußen. Während die Halbgötter nach draußen flohen, sprengte der Lich ein Loch in die Hütte, um diese zu verlassen. Er gewann schwebend an Höhe und machte sich ein Bild von der gesamten Halbgott-Gruppe, die in sein Reservat eingedrungen war. Um sie gebührend zu empfangen, rief er seine Verstärkung herbei, die aus den Lehmhütten hervorkroch:
Ein untoter Bär, ein untoter Alligator, ein untoter Gorilla, eine untote Würgeschlange und zur Krönung des Ganzen ein untoter Elefant.
Sofort teilten sich die Halbgötter wieder in Teams auf. Marek und Riana würden sich dem Bären stellen, während Leatrice und Melody den Alligator übernahmen. Kallos und Vangis legten sich mit dem Gorilla an und Isaam und Lucy versuchten sich an der Würgeschlange. Damit blieb der Furcht erregende Elefant für Epicus und Keala.
Die Tiere stellten sich als wahre Brocken heraus! Ihr Körper war nur allzu leicht zu verletzen doch wie ihren menschlichen Brüdern war nur ihr Kopf ihr Todesurteil. Dieser wiederum wurde jedoch magisch geschützt und verhärtet dank der Zauberkraft des Lichs. Zudem machten die Tiere Probleme, indem sie abgeschlagene Glieder nach wenigen Momenten wieder magisch an den Körper anfügten.
Doch die Halbgötter waren nicht dumm und nach einem harten Kampf um die Vormacht gelang es jeder Gruppe, ihr Tier zu vernichten, da der Kopf gerade am Übergang vom Hals zum Kopf nicht mehr so geschützt war, wenn man den Kopf erst einmal vom Körper abgetrennt hatte. Doch hinsichtlich dessen hatte jede Gruppe ihre eigene Strategie.
Dass seine „Lieblinge“ getötet wurden, gefiel dem Lich allerdings gar nicht, woraufhin er die Mörder seiner Tiere mit seinen Todeswolken und vielen weiteren heimtückischen und schwächenden Angriffen „belohnte“.
Mit vereinter Kraft und Fernkampfgeschick griffen die Halbgötter den Lich dann jedoch gemeinsam an. Währenddessen empfing Melody eine kurze Vision, die sie auf das Buch in den Händen des Lichs aufmerksam machte, von dem sie vermutete, es sei ein Zauberbuch. Da Lucy, Riana und Isaam den Lich gerade in der Mangel hatten, rückte Kallos unsichtbar vor, um sich das Buch unauffällig zu schnappen.
Dies gelang dem Lockenköpfchen und es stellte sich heraus, dass es zwar kein Zauberbuch war, jedoch die Schwachstelle des Lichs, in dem sogar ein Herz zu pochen schien.
Während der Lich eine riesige Todeskugel formte, die das Ende aller Halbgötter besiegeln sollte, wanderte das Buch geworfen über die Köpfe der Halbgötter hinweg, bis Epicus es heldenhaft in Brand setzte: KRAKATOA!
Daraufhin glomm das Buch grün auf, ehe es in eine grüne Flamme gehüllt zu Asche zerfiel. Kurz darauf starb der Lich endgültig an seiner eigenen Todeskugel und fiel als Knochenhaufen zu Boden.
Als Melody schließlich den Knochenhaufen berührte, empfing sie eine Vision, die ihr die ganze Wahrheit präsentierte:
Vor gar nicht allzu langer Zeit war der Lich nämlich noch ein netter Einsiedler gewesen, der sich in einem einsamen Tal zur Ruhe gesetzt und sich seinen Lebenstraum erfüllt hatte.
Er war ein ausgesprochener Tierfreund und hatte dort ein Reservat für exotische Tiere geschaffen, welche er auf seinen Jugendreisen teilweise vor Wilderern rettete oder sie von Hand aufzog.
Sein ganzer Stolz waren seit jeher seine Riesenschlange, sein Gorilla, sein Elefant, sein Bär und sein Krokodil.
Dann passierte jedoch ein Unglück und ein gewaltiger Erdrutsch verschüttete den einzigen Ausgang des Tals und schnitt auch die Wasserversorgung ab, indem er den in Jahren von Schwerstarbeit selbst gegrabenen Kanal versiegen ließ.
Um seine Tiere zu retten, machte er sich auf den Weg aus dem Tal, damit er Hilfe suchen konnte, doch schaffte er es nur mühsam über die Felsen zu gelangen, ehe er in eine Felsspalte stürzte und sich schwer verletzte.
Er bemerkte dabei jedoch, dass durch den Erdrutsch eine Art verborgenes Heiligtum frei gelegt wurde, das dem Gott Laleeh geweiht war. Mit letzter Kraft zog er sich in die Kultstätte zurück um, sich zu erholen. Während er sein verletztes Bein kurierte, entdeckte er neben einem einer verzierten Schädelmaske die vielen Schriften, welche die Totenpriester hier verwahrt hielten, wobei ihm die verbotene schwarze Schrift auffiel. Wie üblich übte gerade das Verbotene eine besondere Faszination aus und so brach er teils von Neugierde geleitet, aber auch in der Verzweiflung, seine geliebten Freunde anders nicht retten zu können das Siegel und las die verbotenen Künste, von deren Anwendung dringend abgeraten wurde.
So stand in dieser Schriftrolle wie man den Tod überwinden und über Leben und Tod eines Körpers bestimmen konnte - Die Anleitung für die Verwandlung in einen Lich: Einen Unsterblichen Nekromagier!
Dafür musste er sich zu allererst selbst die Haut abziehen, was er unter Höllenqualen mit einem gefundenen Ritualmesser auch tat, um dafür den Einband für ein Buch herzustellen, welches von nun an die Quelle seiner unheiligen Kraft werden sollte. Mit seinem Blut schrieb er wie besessen die alten Formeln auf, die ihm nun von Nutzen sein sollten, ehe auch der letzte Tropfen versiegt war. Doch obwohl kein Blut mehr in ihm floss, schlug sein Herz immer noch in seiner Brust und obwohl das Fleisch an ihm herabhing, fühlte er keinen Schmerz. Obwohl er aussah wie ein untotes Monster, hatte er seinen Sanftmut nicht verloren und mit Fähigkeiten ausgestattet, welche die eines Menschen bei weitem übersteigen sollten. So verließ er das Heiligtum des Laleeh und nutzte seine Magie, um einige der Felsen zu zerschmettern, die den Zugang ins Tal verschüttet hatten, sodass der Kanal wieder Wasser ins Tal bringen konnte.
Als er jedoch zurück kehrte, musste er feststellen dass es bereits zu spät war, da die Tiere sich in ihrem Hunger gegenseitig attackiert und getötet hatten. Verbittert darüber, dass sein Opfer umsonst war, versuchte er ihre Körper aus dem Reich der Toten zu holen, doch gelang ihm das immer nur kurzweilig, da die Wiedererweckung der toten Körper sich eigentlich nur auf verstorbene Menschen bezog.
Er war sich sicher, dass seine Kräfte sich steigern würden, wenn er das Relikt des Tempels an sich nehmen würde und so betrat er den Tempel erneut, nichts ahnend, dass die unheilige Totenmagie seinen Verstand und seine Seele bereits korrumpiert und untergraben haben. Er raubte die Schädelmaske des Laleeh und brachte sie in sein Lager. Tatsächlich war es ihm nun möglich die Körper seiner Tiere wieder zu beleben, allerdings hatte er einen blasphemischen Frevel begangen, als er die Maske aus dem Heiligtum entwendete und der Groll des Laleeh breitete sich vom Paradiestal ausgehend langsam auf die umliegenden Gebiete aus. Während im Paradiestal mit dem letzten Funken Menschlichkeit des Lichs auch die Vegetation des Ortes starb, verwandelte sich die einst fruchtbare Oase in einen toten Sumpf. Die Toten erhoben sich nacheinander aus den umliegenden Gebieten und ließen ihren seelenlosen Zorn an den Lebenden aus, um sie in ihre Reihen aufzunehmen. Je länger die Maske von ihrem Heiligtum getrennt war, desto weiter breitete sich ihre Kraft aus und ließ mehr und mehr Tote aus ihren Gräbern emporsteigen.
Nun wussten die Halbgötter also, was der letzte und vielleicht wichtigste Schritt ihrer Mission war: Die Maske auf dem Bett musste zurück in den Tempel des Laleeh, damit der Spuk endlich aufhören konnte.
Es war gar nicht so kompliziert, den Anweisungen aus Melodys Vision zu folgen und schon bald war der Tempel gefunden und die Maske an ihrem rechtmäßigen Platz. Es wurde ein kurzes Gebet gesprochen, in dem Laleeh um Verzeihung und Erlösung gebeten wurde. Diese gewährte der Totengott, der wieder milde gestimmt war, nachdem seine Maske nun wieder an ihrem rechtmäßigen Platz verweilte. Ein gleißender Lichtblitz und eine darauf folgende Druckwelle, die über das Land rollte, kündigten das Ende des Schreckens an und gewährten den Toten ihre wohlverdiente Ruhe.
Somit hatten Marek, Melody, Vangis, Epicus, Leatrice, Keala, Kallos, Isaam, Riana und Lucy die Bedrohung durch die Untoten erfolgreich abgewendet und wurden reichlich von den Göttern belohnt. Doch auch diejenigen, die in Kainai geblieben waren, um das Dorf zu verteidigen, hatten sich wacker geschlagen und die Bevölkerung tapfer verteidigt. Sie alle waren erleichtert, dass nun lebte, was leben sollte, und ruhte, was ruhen sollte.
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BeitragThema: Re: Chronik   Fr März 27, 2015 4:54 pm

Ein kleines Seelenband



Nun hatten die Halbgötter aber wirklich genug von Zombies, Giganten und anderen Gefahren. Zum Glück verlief die restliche Reise nach Teno Picchu relativ ereignislos. Hoch oben im Gebirge begegneten sie einer alten Kräuterhexe, die so nett war, ihnen ein paar Heilkräuter zu schenken. Dann kamen sie endlich in der sagenhaften Gebirgsstadt und Hauptstadt der Aztuura-Insel,Teno Picchu, an. Hier könnten sich die Halbgötter eine lange Pause, um die Stadt und ihre Schauplätze besser kennenzulernen. Unterwegs trafen sie sogar neue Halbgötter, die sich ihnen anschließen wollten: Ein blauflügliger Engelsknabe namens Illium sowie ein Krieger des Nordens namens Arviu, der sehr gut mit Pfeil und Bogen umgehen konnte.
Sie widmeten sich den Freuden der edlen Stadt und trainierten die Gruppenzugehörigkeit. Doch ein doppeltes Wunder ereignete sich in einer schönen, sternenklaren Nacht. Mimiteh und Janine bekamen zeitgleich ihre Wehen und so erblickte der gemeinsame Sohn von Mimiteh und Kamui, der fortan auf den Namen "Kouhei" hören sollte sowie die zweite, gemeinsame Tochter von Janine und Antares, der sie den Namen "Marina" verliehen, beinahe zeitgleich das Licht der Welt. Als wäre das nicht schon Wunder genug, schien das Schicksal größere Pläne mit den beiden Babys zu haben und verband ihre Seelen zu einer einzigen - sie waren füreinander geschaffen. Und nun würden sie erst als Freunde und später als Liebespaar das Leben gemeinsam bestreiten in ewiger Verbundenheit ihrer Seelen.
Das Baby-Fieber war nun endgültig ausgebrochen. Neben Kiara, Louis und Lucia gab es demnach noch zwei neue Sprösslinge, doch die Krönung des Ganzen war Zeilons Verkündung von Enjias nächster Schwangerschaft. Außerdem ließ Zahra verlauten, dass auch Chloe ein kleines Mädchen namens Medea bekommen hatte. Musste allmählich ein Kindergarten angeschafft werden?
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BeitragThema: Re: Chronik   Mi Apr 08, 2015 9:11 pm

Gefährliche Ernte



Während die einen im frischen Elternglück schwelgten, warteten auf der anderen Seite der Stadt bereits neue Probleme auf die Bewohnter Teno Picchus, die schon sehr bald auch zu den Problemen einiger Halbgötter werden würden. Es war ein Donnerwetter los in den frühen Morgenstunden auf der Einkaufsstraße vor dem Gemischtwarenladen Mirandas. Bei Miranda handelte es sich um eine recht resolute Lady aztuurischer Herkunft, die durchaus beängstigend werden konnte, wenn etwas nicht nach ihrer Vorstellung lief. Und eine mangelnde Obst-Lieferung von den Feldern an ihren Laden, der vom Verkauf von frischem Obst geradezu lebte, passte so gar nicht in ihr Konzept eines gelungenen Starts in den Tag. So stritt sie sich lauthals auf der Straße mit einem Händler, der ihr statt der großen Lieferung nur eine winzige Schublade voll Papayas bringen konnte. So wenig Ware würde ihrem Geschäft sagen, wetterte sie. Schließlich müsste sie eine geringe Waren-Anzahl zu überhöhten Preisen verkaufen, um den Tagesumsatz aufrecht zu erhalten. Dass es gute Gründe für das mangelnde Liefergut gab, war der dunkelhäutigen Dame mit den kräftigen Hüften dabei ziemlich egal. Selbst Illium und sein bester Freund José, der zudem der Sohn Mirandas war, wussten sich nicht zu helfen und mussten hilflos zusehen, wie Miranda den armen Händler zusammenstauchte. Wie es der Zufall so wollte, kam Kallos des Weges in Begleitung einer kriegerischen Tochter des Nordens, die die Gruppe vor ein paar Tagen kennenlernen durfte. Sie bekamen mit, dass der Händler recht verzweifelt war und erkundigten sich nach den Gründen für seinen Unmut.
Angeblich trauten sich derzeit keine Feldarbeiter mehr auf die vielen Felder ganz in der Nähe der Stadt. Es seien einige Arbeiter bei der Ernte verletzt worden und zur Überprüfung habe man wohl sogar Stadtwachen hingeschickt, die sich noch nicht zurückgemeldet hatten, um Bericht zu erstatten. Augenzeugen sprachen lediglich von einer seltsamen Keule, einem Morgenstern oder einer Pfeilspitze, von der sie angegriffen worden wären.
Um Miranda einen Gefallen zu tun (und um zu verhindern, dass sie sich selbst auf den Weg zu den Feldern machte), zogen Illium, Kallos und Laina los, um sich selbst ein Bild von den Gefahren auf den Feldern zu machen. Während sie durch den Kartoffelacker streiften, wurden sie plötzlich von einem gewaltigen Stachelbasilisken überrascht, dessen spitzer, von Stacheln bestückter Schwanz wohl die Erklärung dafür war, dass manche glaubten, eine stachelige Waffe gesehen zu haben. Da das Monster sofort mit seinem lähmenden Blick und seinem gefährlichen Schwanz angriff, musste es bekämpft werden. Illium, Kallos und Laina gelang es jedoch nach einigen Strapazen, das groteske Monster zu erlegen und die Felder wieder sicher zu machen. Von Miranda erhielten sie sogar ein kleines Taschengeld.
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BeitragThema: Re: Chronik   Mi Apr 08, 2015 11:11 pm

Spiel des Lebens



Während sich ein paar Halbgötter mit einem Stachelbasilisk herumschlugen, gerieten andere wiederum in viel größere Schwierigkeiten, die erst ganz harmlos begannen. Ein paar Halbgötter, die den Titel „Himmelskönig/in“ trugen, wurden von einem fremden Mann angesprochen, der ihnen mitteilte, dass sein Herr gerade in der Stadt war und sich sicher freuen würde, wenn seine „Helden“ zum Abendessen vorbeischauen würden. Manche nahmen die Einladung nach einer kurzen Erkundigung an, andere wiederum zeigten sich misstrauisch und fremdenfeindlich.
Dennoch erschienen Janine, Kamui, Antares, Zeilon, Mara, Lucy und Riana am Tag des großen Banketts in der Lobby eines exklusiven Clubs, in den sie nur mitsamt einer Parole hineingelangten. Am Empfang wartete eine weißhaarige, ziemlich adrett gekleidete Frau mittleren Alters auf die Halbgötter, um sie willkommen zu heißen und ihnen vergoldete Armbänder zu überreichen, die als „Gastgeschenk“ und Erkennungsmittel dienen sollten, damit sie – sofern sie die Veranstaltung verlassen sollten – wieder problemlos zurückkehren konnten ohne abermals die Parole aufsagen zu müssen oder Schwierigkeiten mit dem Sicherheitsdienst zu bekommen.
Im Anschluss daran führte die weißhaarige Frau die Halbgötter in einen exklusiven Raum mit einer großen Tafel, an der ihr Gastgeber – ein Mann namens Nastro Azzurro – saß. Es waren auch andere Menschen in dem Raum, die bereits die köstlichsten Speisen dinierten. Die Halbgötter setzten sich an die Tafel und speisten gemeinsam mit Azzurro, der sich als äußerst interessiert am Sieg der Halbgötter im Turnier der vier Himmel zeigte. Allerdings stellten sich recht unehrenhafte Absichten hinter seiner Einladung heraus, als Janine und Riana von jetzt auf gleich über ihrem Essen einschliefen. In Wahrheit war Azzurro nämlich ganz und gar nicht begeistert gewesen, was die Halbgötter und ihren Sieg im Turnier der vier Himmel anging. Er hatte eine große Summe auf das aztuurische Turnier-Team gesetzt, welches dank den Halbgöttern nicht einmal angetreten war. Und da sie zu allem Überfluss noch gewonnen hatten, verlor Azzurro viel Geld. Nun wollte er sich das Geld wiederbeschaffen, indem er die Halbgötter zu seinem eigenen kleinen Spiel einlud, auf dessen Ausgang er und andere Zuschauer wetten konnten. Nur war die Einladung viel eher eine Verpflichtung, denn er ließ die Halbgötter glauben, sie alle wären durch sein Essen vergiftet worden und nur ein Sieg in seinem Spiel würde ein Gegengift für sie bedeuten.
Kaum hatten die Halbgötter von dem grausigen Spiel erfahren, schliefen auch sie wie Janine und Riana zuvor ungewollt ein. Denn eines stand fest: Das Essen war auf jedem Fall mit einem Schlafmittel versetzt und hatte per Zufall Janine und Riana dazu auserkoren, besondere Rollen in diesem Spiel zu spielen. Damit die Zuschauer das Geschehen mitverfolgen konnten, hatte man eine ähnliche Spiegeltechnik angewandt wie beim Turnier der vier Himmel, sodass die Zuschauer über Spiegel-Bildschirme die Halbgötter die ganze Zeit über würden beobachten können.

Das Spiel begann, als Kamui, Antares, Mara, Zeilon und Lucy in einem quadratischen Raum aufwachen und feststellten, dass sie Kriegeruniformen trugen, die sie als die Gruppe der „Retter“ klassifizieren sollten. Ihr gesamter Besitz war ihnen für das Spiel abgenommen worden, wurde jedoch sorgsam aufbewahrt. Falls sie überleben sollten, würden sie alles zurückerhalten. Die Aufgabe der Gruppe war recht simpel. Sie bekamen einen Schlüssel zugeteilt, mit dem sie jede beliebige Tür aufschließen konnten, von denen es dort, wo sie sich befanden, recht viele gab. Bei ihrem Aufenthaltsort handelte es sich nämlich um die Mitte eines verzwickten Labyrinths.
Ziel des Spiels war es, Türen zu öffnen und hinter einer der Türen im Idealfall so schnell wie möglich das Verlies vorzufinden, in dem Janine und Riana gefangen gehalten wurden, damit diese möglichst schnell befreit wurden. Der Ausgangspunkt ihrer Reise erlaubte ihnen, vier verschiedene Richtungen einzuschlagen, die wiederum allesamt Abzweigungen beinhalteten, die alles andere als symmetrisch zu sein schienen. Und so machten sich die Halbgötter auf die Suche.
Währenddessen wachten Janine und Riana in einem zylinderförmigen Verlies auf, welches umgeben war von dreizehn verschlossenen Türen. In der Mitte des Raumes befand sich lediglich ein Poller. Die Frauen fanden sich angekettet und in Lumpen bekleidet vor. Natürlich wurden auch ihnen vorher ihre Sachen abgenommen. Vor ihnen erschien das Abbild der weißhaarigen Frau vom Empfang an der Wand, die ihnen erklärte, dass sie die Wahl hätten, ob sie entweder hier darauf warteten, dass die anderen sie retteten oder den Schlüssel aus dem Poller nehmen würden, um sich selbst zu befreien und die richtige Tür zu suchen.
Die beiden waren verwundert darüber, dass hier so einfach ein Schlüssel herumlag, mit dem sie sich so mir nichts dir nichts von den Ketten befreien würden können. Sie trauten dem Braten nicht, weshalb sie erst einmal in ihrer Position ausharrten. Sie vertrieben sich die Zeit, indem sie erst einmal miteinander sprachen, doch schon bald wurden ihre Gespräche dadurch gestört, dass unter ihnen hohe Stacheln aus dem Boden sprossen, die von dort an immer abwechselnd in einem kleinen, inneren Kreis um den Poller herum oder aber in einem großen, äußeren Kreis vor den Türen emporstiegen. Janine und Riana konnten sich nicht erklären, was diese Falle hätte auslösen können, doch als die Stacheln immer schneller ihre Position wechselten, entschieden sie, dass es an der Zeit war, doch ihre Fesseln zu lösen und den anderen entgegenzukommen. Sie lösten mit dem Schlüssel ihre Fesseln und öffneten abwechselnd eine Tür nach der anderen. Doch dabei stellten sie sich als ziemliche Unglücksraben heraus, denn hinter jeder Tür verbarg sich eine gemeine Falle – seien es abgeschossene Bolzen oder ein brandheißer Feuersstrahl, der Janines Lumpen und Haut versengte, oder aber kaum sichtbare, scharfe Drähte, die Rianas Gesicht zerschnitten oder eine Fallgrube, in die sie beinahe stürzte. Während sie herumprobierten, wurde es in ihrem Verlies immer brenzliger, denn nun schossen Feuerfontänen auf den Boden vor den Türen und erschwerte das Vorankommen enorm. Was die beiden dabei nicht wussten, war, dass sie, indem sie die Türen öffneten, auch im Labyrinth ihrer Freunde Fallen auslösten, die ihnen das Leben schwer machten. Umgekehrt sorgten die Halbgötter, die durch das Labyrinth hetzten und dort die Türen öffneten, dafür, dass es im Verlies der beiden Frauen immer ungemütlicher wurde. Die Retter-Gruppe stieß auf einen Mapinguari, dem sie jedoch nichts entgegensetzen konnten, da ihnen die harmlosen Armbänder, die man ihnen geschenkt hatte, ihre göttlichen Fähigkeiten entzogen. Waffen hatten sie keine, also half nur die Flucht. Das Weiterkommen erschwerte sich, je mehr Türen im Verlies von den Frauen geöffnet wurden und da Riana zum Schluss blind vor Wut mehrere Türen hintereinander aufriss, kamen ihre Freunde im Labyrinth in große Schwierigkeiten. Plötzlich waren dort Sensen-Pendel, Stacheln und Flammenwerfer, durch die sie sich durchkämpfen mussten und noch immer hatten sie keine Ahnung, ob sie überhaupt auf dem richtigen Weg waren.
Die Mädchen im Verlies halfen sich gegenseitig und fanden hinter der achten Tür endlich den Durchgang zu einem separaten Zimmer. Just in dem Moment fanden ihre Freunde das Zimmer von ihrer Seite aus und lösten beide bei ihren Gegenübern tödliche Fallen in Form von Giftgas und Säure aus. Glücklicherweise überlebten alle dieses grausige Spiel und fielen sich erleichtert in die Arme. Da Azzurro laut den Worten der weißhaarigen Frau, deren Gesicht wieder an einer der Wände erschien, als einziger auf das Überleben aller Halbgötter gesetzt hatte, hatte er eine ganze Menge Geld gewonnen, war jedoch damit längst über alle Berge. Die Frau verabschiedete sich und gab den Weg in einen weiteren Raum frei, in dem bereits zwei Dienstmädchen bereit standen, um den Halbgöttern die Armbänder abzunehmen, ihnen Medikamente gegen ihre Wunden zu verabreichen und ihnen sogar Präsentkörbe für ihren Sieg zu überreichen. Als Antares die beiden nach einem Gegengift fragte, wussten die nicht, wovon er sprach. Offenbar hatte Azzurro gelogen, was das Gift anging…
Die Halbgötter schworen Rache, schnappten sich ihre Sachen und sahen zu, dass sie so schnell wie möglich dieses Irrenhaus verließen.
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BeitragThema: Re: Chronik   Fr Mai 01, 2015 4:19 pm

Ehre der Sonne



Das nächste Abenteuer begann eigentlich ganz harmlos. Die Halbgötter lernten Nova kennen, eine wahrlich hübsche Barbesitzerin aus Teno Picchu, die im Auftrag Amores, des einstig einsamen Verlobten aus Lacaenea, eine Belohnung für die Halbgötter aufbewahrte. Dieser war nämlich tatsächlich mit seiner Liebsten vereint und mit ihr in die Flitterwochen verreist. Von Nova erfuhren sie auch vom anstehenden Sonnenfest in ein paar Monaten. Es sollten angeblich bereits Proben im Tempel des Sonnengottes stattfinden, wo man die hiesige Priesterin dabei beobachten könnte wie sie für das Sonnenritual übte. Da unsere Halbgötter von Natur aus sehr neugierig waren, schlossen sie sich zu einer kleinen Gruppe zusammen, um sich die Proben anzusehen. Dazu zählte auch Takeo, ein Schwertkämpfer aus dem fernen Asien, der sich vor kurzer Zeit erst zu den Halbgöttern bekannt hatte und dessen Herz am rechten Fleck saß. Vor allem er war ganz verzückt von der auserwählten Sonnenpriesterin Cecilia, die hoch oben auf der Spitze des Tempels ein Ritual ausübte und dabei recht hinreißend aussah. Allerdings schien die schöne Cecilia ein kleiner Tollpatsch zu sein, sobald sie nervös wurde und die vielen Augen, die sie beobachteten, machten sie nun einmal sehr nervös. Sie verpatzte eine Szene nach der nächsten und war schon ganz verzweifelt, während sie von den Augen der Tempeldiener streng gemustert wurde. Gerade schon wollte sie aufgeben, als plötzlich ein Knall ertönte. Für wenige Sekunden stank es im Tempel fürchterlich und ein Dunst drang in die Nasen der Halbgötter, der sie aus einem Reiz heraus husten und würgen ließ. Als sie alle sich wieder einigermaßen gefangen hatten, war Cecilia spurlos verschwunden. Der Schock saß tief, war sie doch noch vor wenigen Sekunden genau vor ihnen gewesen!
Selbstverständlich nahmen sich Janine, Antares, Illium, Laina, Takeo, Enjia, Mara und Kallos der Sache an. Sie befragten die Leute, die mit ihnen die Proben beobachtet hatten und eventuell Augenzeugen von etwas waren, was den Halbgöttern entgangen war. Tatsächlich fügten sich einzelne Augenblicke plötzlich wie ein Puzzle zusammen. Ein Mann erkannte den Geruch als Sumpfgas und eine Frau hatte eine Ampulle fliegen sehen. Ein junger Knabe war felsenfest davon überzeugt, einen stierenden Mann dabei beobachtet zu haben, wie er etwas aus seiner Tasche zog. Und zu guter Letzt fand Enjia in einer Ecke ein paar Körnchen Wunderpulver. Die Halbgötter kombinierten, dass der stierende Mann sie mit einem Elixier abgelenkt haben musste, während er sich mit Cecilia per Wunderpulver aus dem Staub gemacht hatte. Aus dem Hinweis des ‚Sumpfgases‘ schloss Illium, dass der Mann Cecilia vielleicht in die Sumpfstadt Th'mh'R entführt haben könnte, der man nachsagt, sie befände sich mitten in den lebensfeindlichen Fiebersümpfen in einer Talsenke des Gebirges um Teno Picchu herum. Allerdings wusste von den Stadtwachen niemand, ob die Stadt nun wirklich existiert oder ob sie nur ein Gerücht ist.
Trotz allem machten sich die Halbgötter auf, um die Fiebersümpfe aufzusuchen. Dort kämpften sie sich Schritt für Schritt durch den Morast. Enjia befragte derweil die kargen Bäume nach dem Weg und schon bald hörten sie die Trommeln hinter einem recht invalide aussehenden Palisadenzaun. Janine und Kallos schlichen sich unsichtbar in das Dorf – denn der Begriff „Stadt“ war nun wirklich übertrieben – und stellten entsetzt fest, dass die Dorfbewohner anscheinend gerade dabei waren, Cecilia einem Sumpfgott zu opfern. Schuld daran war der Mann, der sie entführt hatte. Er entpuppte sich als der Priester des Dorfes, der auf den Namen Valpurgia hörte und felsenfest behauptete, der Mond hätte ihm befohlen, die Sonnenpriesterin zu Opfern. Er stand mit ihr auf einer Brücke, die in einen Sumpfsee hineinreichte und um den See herum verteilten sich die Dorfbewohner. Die Halbgötter verloren keine Zeit und befahlen, Cecilia umgehend freizugeben. Als dies nicht geschah und die Dorfbewohner aggressiv wurden, entbrannte ein Kampf. Derweil gelang es Kallos, Cecilia aus den Händen Valpurgias zu befreien und fiel mit ihr geradewegs in den See. Als sie das Ufer erreichten, stellten die beiden entsetzt fest, dass sie von Hals bis Fuß von kleinen, saugenden Blutegeln befallen waren. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, rumorte es im See plötzlich. Cecilia und Kallos hatten den Sumpfgott angelockt – einen riesigen Weewilmekq. Dieser packte sich Valpurgia und sog binnen weniger Sekunden sein gesamtes Blut aus seinem Körper, bis er zu einer leblosen Hülle zusammensackte. Man hörte ihn nur noch laut „NAGI TANKA“ schreien wie es vor ihm bereits Moipa Meenuk, der Dieb der Essenz des ewigen Lebens, getan hatte.
Die Dorfbewohner flohen, doch die Halbgötter standen nun dem Riesenblutegel gegenüber. Noch immer wollten sie Cecilia schützen, die aus lauter Panik immer wieder in ziemlich dumme Fettnäpfchen trat und es den Halbgöttern gar nicht mal so leicht machte. Es entbrannte ein heftiger Kampf und der Weewilmekq erwies sich als unglaublich zähes Biest! Zudem machten viele kleinere Blutegel den Halbgöttern zu schaffen, doch mit vereinten Kräften gelang es ihnen, das Untier zu besiegen und zu töten. Sie brachten Cecilia nach Hause, die sich außerordentlich bei ihnen bedankte.

Nun war es amtlich, dass Th'mh'R tatsächlich existierte. Es hätte alles gut sein können, denn Cecilia war nun guter Dinge, das Ritual am Sonnenfest zu meistern. Sie war wohlauf, den Halbgöttern ging es gut und sie hatten ein Dorf von einem offenbar geistesgestörten Priester erlöst.
Doch eine Frage blieb: Warum war der Sumpfpriester so überzeugt davon, der Mond hätte ihm die Entführung befohlen und was hat es nun mit „Nagi Tanka“ auf sich?
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BeitragThema: Re: Chronik   So Mai 24, 2015 8:08 pm

Die blutrote Hand



Diese Fragen sollten noch ein Weilchen unbeantwortet bleiben, denn wer hatte schon die Zeit, sich über Monde und Nagi Tankas den Kopf zu zerbrechen, wenn man andauernd Ärger anzieht?
Und der neueste Ärger verfolgte die Gruppe sogar schon seit Helia!
Doch beginnen wir von Anfang an... Wieder einmal hatte es die Halbgötter in die Innenstadt verschlagen, wo sie einem verbitterten Händler begegneten, der darüber klagte, dass sein Bruder, ein Salzhändler aus der Gebirgs- und Bergwerkstadt Tlalecatelan, sich schon seit geraumer Zeit nicht mehr hat blicken lassen. Dabei hatte er ihm immer das kostbare Bergsalz zu Freundschaftspreisen verkauft, die ihn als Händler in Teno Picchu sehr begünstigt hatten gegenüber anderen Händlern mit wuchernden Salz-Preisen, die im Gegensatz zu seinem Bruder jedoch immer noch in Teno Picchu ein und aus gingen. Während ein paar wenige Halbgötter den Mann trösteten und ihm anboten, selbst mal nach Tlalecatelan zu reisen, um nach dem Rechten zu sehen, machten sich andere Halbgötter einen Spaß daraus, ihm die Hoffnung zu nehmen und ihm zu prophezeien, dass sein Bruder wahrscheinlich tot sei. So mussten sich Helden nun wirklich nicht verhalten!
Dennoch reiste die Gruppe, bestehend aus Janine, Aurora, Juan, Kallos, Takeo, Riana, Sethos, Laina, Silentia und Zeilon, zur besagten Bergwerkstadt, wobei sie eine Klippe überwinden konnten, indem sie sie als lustige Erdrutschbahn verwendeten. In der Stadt selbst wurde ihnen sehr schnell bewusst, dass die hart arbeitenden Menschen hier total verängstigt waren. Ein junger und ein alter Mann ließen sich jedoch auf ein Gespräch mit den Halbgöttern ein, wenngleich sie schon befürchteten, getötet zu werden, wenn sie ihre Arbeit nicht ordentlich verrichteten. Seit Kurzem hatte sich nämlich eine brutale Räuberbande in der Stadt niedergelassen, die die Arbeiter versklavten. Viele Menschen hatten sie schon getötet oder so zusammengeschlagen, dass sie reif für die Krankenstation gewesen waren. Besonders vor ihrem Boss sollte man sich in Acht nehmen, denn er sei ein wahrer Hüne! Just in diesem Moment wurden ein paar Räuber auf die Halbgötter aufmerksam, die prompt beschlossen, die Eindringlinge zu ermorden und ihre Frauen zu vergewaltigen. Mit diesen Räubern machten die Halbgötter jedoch kurzen Prozess. Darüber hinaus erfuhren sie, dass der hiesige Räuberhauptmann wohl sein Lager vor der Brücke aufgeschlagen hatte, die den einzigen Weg von Tlalecatelan zurück zur Außenwelt darstellt, da man zwar in die Stadt hineinrutschen, jedoch nicht wieder hochklettern konnte. Somit brachen die Halbgötter zur Brücke auf, fanden das Räuberquartier allerdings vollkommen verlassen vor. Lediglich einen Mann sahen sie auf der anderen Seite der Brücke und hielten ihn für den Räuberhauptmann. Es kam schnell zu einem horrenden Missverständnis. Denn offenbar handelte es sich bei dem dunkelhäutigen Hünen um einen Halbgott, der sich bereits um die anderen Räuber gekümmert hatte, nun wiederum unsere Halbgötter für Verbündete der Räuber hielt. Obwohl die Halbgötter stärker waren als der einzelne Halbgott, konnte der seine Fähigkeiten mehr als deutlich beweisen und sorgte dafür, dass auch die Gruppe kassieren musste. Das Missverständnis konnte sich zum Glück klären, ehe der Kampf ausarten konnte. Advokaos, der Hüne mit dem explosiven Beil, hatte sich selbst darum gekümmert, die armen Stadtmenschen zu retten. Doch noch ehe die Halbgötter sich ernsthaft beieinander entschuldigen konnte, passierte etwas Unglaubliches! Es tauchten wie aus dem Nichts vier zehn Meter hohe Riesen auf, die jeweils ein Element beherbergten und das Gesicht einer Sonne, eines Jaguars, eines Krokodils und eines Kondors. Sie verschmolzen, ausgehend von einem Wirbel des Sonnen-Riesen, zu einem gigantischen Riesen mit mehreren Gesichtern. Die Halbgötter waren wie erstarrt vor Angst. Wo war dieses vierzig Meter große Monster her gekommen?! Die Giganten, die sie in Eldorado geschlagen hatten, waren schon groß gewesen, aber das hier konnten sie doch unmöglich bezwingen. Zudem schien er gegen jegliche Angriffe immun zu sein und attackierte die Halbgötter mit Felsen, indem er gegen eine Felswand schlug.
Dass dieses große Wesen eine Illusion war, lernten unsere Halbgötter erst im Verlauf ihrer Angriffe und anhand von Silentias Vision, in der sich der Riese als nicht existent bewies. Stattdessen näherten sich von der geschundenen Felswand drei Gestalten, zwei Männer und eine Frau, die sich als die Blutrote Hand vorstellten. Es handle sich bei ihnen um äußerst talentierte Kopfgeldjäger aus Ägypten, die die Gruppe bereits seit Helia verfolgten und sich nun ihre Belohnung abholen wollten. Einer von ihnen, der Scharlatan, war für die Illusionen der Riesen verantwortlich und hielt seine Gegner mit weiteren Illusions-Tricks ganz schön auf Trab.  Die zweite im Bunde, die Sirene, berief sich auf ihre Gedankenfessel, um ihre Gegner zu manipulieren und auf die Brücke zu locken, ehe sie sich am Wasser des reißenden Stroms unter ihr bediente, um ihre Opfer damit zu attackieren. Der Dritte schließlich, der sich Ostwind nannte, war ein begnadeter Schwertkämpfer, der sich Janine in einem Duell stellte. Während die Gruppe kämpfte, spalteten sich Juan, Kallos und Takeo von der Gruppe ab, um ein paar Räubern zu folgen, die einen Salzkarren gestohlen hatte, der wichtig für das Dorf war. Am Ende konnten sowohl der Salzkarren gerettet als auch die Kopfgeldjäger bezwungen werden, die ihre Niederlage einsahen und die Halbgötter nicht mehr verfolgen würden. Allerdings bestand eine Hand bekanntlich aus fünf Mitgliedern...

... und die letzten beiden, Gold- und Silberkralle, griffen Octavian, Sethos, Milailee und Kalevi mitten in Teno Picchu an. Es handelte sich um verdammt starke und schnelle Kinder des Seth, die sogar noch mehr drauf hatten als ihre Kameraden und mit gefährlich scharfen Eisenkrallen kämpften. Doch auch sie konnten bezwungen werden von der Gruppe, die alle zusammenhielten, um Octavians Kopf zu schützen. Alle außer Isaam und Leatrice die teilnahmslos danebenstanden. Doch gerade solche Taten merkten sich die Götter...
Am Ende war die gesamte blutrote Hand bezwungen und ein Vögelchen hatte den Halbgöttern gezwitschert, dass der Bruder des Händlers zu Beginn, sich allmählich auf dem Weg der Genesung befand.

Wieder einmal hatten die Halbgötter ihren Kopf aus der Schlinge gezogen. Und wer wusste schon, was als nächstes passierte? Vielleicht würde es irgendwann noch einmal von großem Nutzen sein, dass sie die Blutrote Hand hatten leben lassen...
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BeitragThema: Re: Chronik   Di Jun 23, 2015 10:36 pm



Sieben Freunde sollt ihr sein

Es war mal wieder Unruhe im Kreise unserer Halbgötter eingekehrt. Zufällig waren Aurora und Vangis auf einem Spaziergang durch die Stadt auf Kultisten aufmerksam geworden, die aus Novas Bar kamen und im Gewühl der Stadt verschwanden. Da die Piratin wusste, dass dort, wo die Kultisten gesehen wurden, immer viel Blut floss, stürmte sie in Vangis Begleitung alarmiert Novas "Leuchtfeuer", um nach dem Rechten zu sehen. Der Barbesitzerin ging es gut und sie erzählte, dass die Kuttenträger seit einigen Tagen immer mal wieder vorbeikamen, um einen Kaffee zu trinken und dann verschwanden. Die Halbgötter baten Nova vorsichtig zu sein und alles Verdächtige sofort zu melden. Nachdem Aurora und Vangis ihren Freunden von dem Vorfall erzählten, behielten sie Novas Bar besonders im Blick und achteten auf etwaige seltsame Vorkommnisse.
Es blieb allerdings ruhig bis Nova eines schönen Abends panisch auf Zeilon zugelaufen kam und ihm erzählte, die Kultisten hätten sich nach dem Weg nach "Barinos" erkundigt, einer sehr religiösen und tugendhaften Stadt nördlich von Teno Picchu in den Bergen, in der auch Nova geboren war. Nun sorgte sie sich um ihre Heimat, da die Halbgötter so viel Schlechtes von den Kultisten berichtet hatten. Antares, Kamui, Janine, Mara, Zahra und Riana, die sich Zeilon anschlossen, beschlossen, den Kultisten nach Barinos zu folgen. Sie kamen erst spät in der Nacht an, als die Stadttore der wirklich edlen Stadt schon geschlossen waren, doch Nova hatte ihnen einen versteckten Kriechweg verraten, der durch einen Tunnel in die Stadt führte und mit Biegen und Quetschen gelangten die Halbgötter in die Stadtmitte. Dort wurden sie auch sogleich auf einen huschenden Schatten aufmerksam, der der einzige so spät nachts auf den Straßen zu sein schien. Ihm folgten sie hinein in ein Pendant zum Sonnentempel in Teno Picchu. Im Inneren des Tempels wurden sie Zeuge eine kultistischen Zeremonie. Mehrere Kuttenträger standen im Kreis und schienen viel Kraft aufwenden zu müssen, um eine Art schwarzen Orb schwerelos in der Luft zu halten. Tarman, ihr Anführer, sprach in Rätseln davon, dass irgendetwas gleich soweit sei, was mit der Zerstörung der Stadt zu tun habe, die für die Götter eine wichtige Gebetsstätte sei. Dies wollten unsere Halbgötter natürlich nicht zulassen und griffen die Kultisten an. Einige starben, doch die restlichen Mitglieder kümmerten sich umso energischer darum, den sonderbaren Orb in der Luft zu halten. Von Tarman erfuhren sie dann allerdings, dass sie tatsächlich schon erwartet wurden und dass alles nach den Plänen der mysteriösen Nagi Tanka lief, deren Identität immer noch nicht aufgeklärt wurde. Sie erfuhren allerdings, dass sie als "Der Große Geist" bezeichnet wurde, der alles sieht und alles weiß. Doch weitaus größere Probleme bahnten sich erst einmal an: Die Kultisten ließen den Orb fallen, auf dass er am Boden zerschellte und seine sieben Bruchstücke auf magische Weise gezielt in die Herzen der Halbgötter flogen. Es entstanden zwar keine Wunden, doch Tarman warnte sie, dass die Bruchstücke ihre Körper korrumpieren würden, indem sie das Schlechteste von ihnen zutage fördern, bis "von ihrem wahren Selbst nur noch eine Hülle übrig" blieb. Die Magie, die diesem Orb innewohnte, sei einst die Magie der "Mysteriösen" gewesen, die von den Göttern vor Tausenden von Jahren vernichtet wurden. Mit diesen Worten machten sich die Kultisten mittels Wunderpulver aus dem Staub und ließen die Halbgötter mit fragenden Gesichtern allein.
Panik stieg in ihnen auf! Die Kultisten waren eine Sache, aber die Magie der "Mysteriösen" eine ganz andere. Und die Bruchstücke waren in ihren Herzen, was sollten sie also tun? Sie beschlossen mehr oder weniger ruhig zu bleiben, doch schon bald wurde in jedem Halbgott eine sündige Eigenschaft sichtbar, die sich immer tiefer ins Bewusstsein grub: Zahra wurde träge und wollte nur noch schlafen. Riana plagte ihr eigener Hochmut, der sie glauben ließ, sie sei besser als alle anderen. Antares packte ein blinder Zorn, der ihn rasend werden ließ vor Wut. Kamui wurde Opfer des Neids und der Missgunst. Janine geriet in die Fänge ihrer eigenen Lust, die ihr wild und heiß zu Kopfe stieg. Mara wurde hungrig und gab sich ganz der aufkommenden Völlerei hin. Und nicht zuletzt Zeilon verlor sein Herz an die Habgier und den Drang, alles besitzen zu wollen.
Und so zerstritten sich die Halbgötter und zogen allein durch die Stadt.
Alle sieben. Hochmut, Trägheit, Zorn, Lust, Neid, Habgier und Völlerei. Und sie blieben tagelang verschwunden...

Dies blieb von ihren besorgten Freunden in Teno Picchu natürlich nicht unbemerkt, nur wusste keiner, wo ihre Gefährten hin verschwunden waren. Auf die Idee, Nova zu fragen, kamen sie nicht und so setzten sie sich ratlos zusammen, denn erreichen konnte man sie per Emblem ebenfalls nicht. Kiara, Marina, Kouhei, Lucia und Louis jammerten und wimmerten bereits, so sehr vermissten sie ihren Vater oder gleich beide Eltern. Dank Melodys Visionen erfuhren sie jedoch, dass sie wegen den Kultisten nach Barinos wollten. Barinos selbst sah Melody in ihren Visionen jedoch nicht, sondern nur eine große, schwarze Wolke, in der ihre Freunde verschwanden. Anscheinend konnte ihre Fähigkeit die Stadt aus irgendeinem Grund nicht durchdringen. Die Besorgnis war groß, denn es waren ausgerechnet einige der mächtigsten Halbgötter, die verschwunden waren und wenn die sich in Schwierigkeiten befanden, war die Gefahr für die anderen umso größer. Dennoch beschlossen sie, sich bis an die Zähne zu bewaffnen, alle zusammen zu trommeln und sich auf den Weg nach Barinos zu machen, um ihren verschollenen Freunden zur Hilfe zu eilen.

Schon am nächsten Morgen machten sich Aurora, Marek, Melody, Illium, Octavian, Sethos, Milailee, Carolin, Lucy, Vangis, Epicus, Advokaos, Laina, Kalevi, Takeo, Chochokpi, Enjia, Jokka, Kallos, Silentia und Isaam bewaffnet und voller Tatendrang auf den Weg nach Barinos. Dort angekommen stellten sie sehr schnell fest, dass von der einst tugendhaften und blühenden Stadt nicht mehr viel übrig geblieben ist. Das schöne Stadttor war zerstört und dunkle Rauchschwaden stiegen hinauf in den Himmel. Schnell wurden die beiden Seherinnen Silentia und Melody auf das Ausmaß der "Magie" aufmerksam, die für die Zerstörung der Stadt gesorgt hatte. Sieben Auren beherrschten die Stadt: Lust, Völlerei, Hochmut, Trägheit, Geiz und Neid - die wie Laina feststellte zu den sieben Todsünden gehörten. Sie alle fielen über die Stadt her und bildeten ihre eigenen Zonen aus, in der sich die Menschen entweder vollfraßen, bekriegten, miteinander schliefen oder Schlimmeres. Und anscheinend befanden sich die verschwundenen Halbgötter ebenfalls in diesen Zonen, denn leider waren sie sehr anfällig für jeweils eine der Sünden. Die verbliebenen Halbgötter teilten sich also so auf, dass möglichst immer diejenigen eine Zone betraten, die psychisch am besten gegen sie gefeit waren mit der Aufgabe, die verschwundenen Halbgötter zu suchen und der Sündenzone zu entziehen.
So suchten Jokka, Takeo und Epicus die Zone des Hochmuts auf, während Aurora, Keala und Kalevi sich mit der Völlerei auseinandersetzen wollten. Vangis, Melody, Milailee und Illium wollten sich der Habsucht-Zone stellen sowie sich Sethos, Kallos und Advokaos in die Zone der Lust hineinwagen wollten. Währenddessen suchten Octavian und Enjia die Zone des Zorns auf und zum Neid machten sich Laina, Isaam, Caroline und Chochokpi auf den Weg. Das letzte Team, bestehend aus Lucy, Marek und Silentia legten sich mit der Zone der Trägheit an. Vangis zeichnete zuvor noch eine Skizze der Stadt, ehe sich die Teams auf den Weg machten.


Team Völlerei, welches letzten Endes aus Kalevi und Aurora bestand, gelangte in eine im wahrsten Sinne des Wortes zuckersüße Zone, die sich "Schlaraffia" nannte. Häuser, Straßen, Bäche, ja sogar Bäume, alles bestand aus den tollsten Süßigkeiten und die Menschen in Schlaraffia hatten nichts anderes zu tun als den ganzen Tag zu essen - leider wurden sie dabei immer runder und naiver. Ihre Verwandlung in menschliche "Bonbons" hatte allerdings ihren Grund: Gula, die Fürstin der Völlerei, liebte genau diese menschlichen Süßigkeiten und verschlang sie, sobald sie schön dick und rund waren. Als sich Aurora und Kalevi Gula stellen wollten, entpuppte diese sich als eine extrem große, fette und noch verfressenere Version von Mara selbst! Ein Kampf gegen Gula entbrannte, die das Team mit klebriger Zuckerwasserbeherrschung und einem rollenden Walzenangriff ganz schön auf Trab hielt. Am Ende gelang es den Feuer-Halbgöttern allerdings, den schwarzen Sünden-Splitter aus Gulas Herz zu ziehen, woraufhin dieser zu Staub zerfiel und die bewusstlose Mara zurückließ.

Team Trägheit, Marek, Lucy und Silentia, stellten sich in einer Zone, in der alle Menschen in seltsamen Blasen schliefen, der Schlafschenkerin. Es handelte sich um eine korrumpierte Zahra, die dem Team mit Hypnose-Angriffen und schlechten Träumen zusetzte. Doch am Ende konnte auch aus ihrem Herz der Sündensplitter entfernt werden, sodass die bewusstlose Zahra gerettet war.

Team Hochmut, bestehend aus Epicus, Takeo und Jokka, betraten eine absolut groteske Zone, in der es zuging wie in einem Kriegsgebiet. Die Menschen in der Stadt versuchten stets, einander zu übertrumpfen und stellten abgeschlagene Köpfe wie Trophäen aus und schminkten sie sogar! Verursacherin der Misere war Lepnida, die Herrin des Hochmuts, in die Riana sich verwandelte, nachdem ihre Sünde sie korrumpiert hatte. Es handelte sich dabei um ein widerwärtiges Geschöpf - kaum ließ sich sagen, ob es mehr Mensch oder Tier war. Es besaß keine Haut und schien nur aus Sehnen und Muskeln zu bestehen - dafür konnte es seine dem Kopf entsprießenden Tentakeln dazu verwenden, schwarze Energiekugeln auf seine Feinde zu schleudern. Auch im Nahkampf war das Wesen sehr geübt und machte dem Team ganz schön zu schaffen. Am Ende jedoch konnte auch hier der Seelensplitter gezogen werden, der Lepnida in die bewusstlose Riana zurückverwandelte.

Team Lust, zu dem sich Sethos, Kallos und Advokaos zählten, hatten da eindeutig eine reizvolle, jedoch nicht minder gefährliche Zone erwischt. Luxuria, die Gebieterin der Lust, hatte ihre Zone in ein Vergnügungsviertel verwandelt, wo nach Herzenslust die wildesten Orgien gefeiert wurden. Sie selbst thronte in einem kirchenartigen Gebäude hoch oben auf einem Thron aus nackten Männern und lutschte ihren Opfern im wahrsten Sinne des Wortes die Seelen aus dem Leib. Luxuria selbst war nicht zu unterschätzen und kämpfte mit Licht-Magie, um ihre Feinde auf Abstand zu halten. Am raffiniertesten waren jedoch ihre Angriffe, die die Lust ihrer Feinde weckte und sie zum Opfer ihrer Erregung machten. Schlussendlich konnte sie allerdings durch eine List von Advokaos besiegt werden, sodass die Entfernung ihres Sündensplitters die bewusstlose Janine zurückließ.

Team Zorn, Enjia und Octavian, gelangten in eine sehr trostlose Gegend, in der Temperaturen wie in einer Wüste herrschten. Die Wut, die in diesem Gebiet vorherrschend war, hatte beinahe die ganze Bevölkerung vernichtet und die übrigen Bewohner in den Wahnsinn getrieben. Grund dafür war ein großformatiger, maskierter Antares, dem feste Dornen aus dem Rücken wuchsen und der die Menschen mit seiner rauchigen Wut vergiftete. Genannt wurde er Ira, der Todesgott des Zorns, da er so stark und robust war wie nur ein Gott es sein konnte. Mit seiner Unverwundbarkeit hatten auch Octavian und Enjia zu kämpfen, doch als die Sache schon beinahe aussichtslos erschien, entdeckten sie die Schwachstelle unter seiner Achsel und konnten den Sündensplitter entfernen, sodass sich Ira in den bewusstlosen Antares zurückverwandelte.

Team Neid, bestehend aus Chochokpi, Laina und Isaam wagten sich in eine Ruinenstadt vor, in der die nur noch wenigen Menschen einander nicht einmal die Luft zum Atmen gönnten. Doch am schlimmsten empfanden sie die Bestie des Neids, die so viel mehr hatte als sie alle. Während die Menschen in Ruinen lebten und sich gegenseitig die letzten Reste an Würde wegnahmen, thronte ein gewaltig langes Schlangenmonster auf einem hohen, völlig intakten Turm. Es entpuppte sich als eine grässlich verzerrte Version von Kamui, die in der Lage war, seinen Feinden Fähigkeiten zu stehlen und sie selbst einzusetzen. Auch seine Schlangenattribute wie die Giftzähne und der kräftige Schwanz machten ihn zu einem gefährlichen Gegner, dem jedoch dank guter Zusammenarbeit der Sündensplitter entrissen werden konnte, woraufhin der bewusstlose Kamui zu Boden sank.

Team Habgier, zu dem sich Vangis, Illium, Melody und Milaileé zählten, gelangten in eine Zone, in der alle Menschen verrückt nach verzauberten, roten "Blutmünzen" waren und sich dafür sogar gegenseitig ermorden wollten. Während sich die Menschen um eben jene Münzen stritten, hamsterte Avaritis, der Herzog der Habgier, alle wirklich wertvollen Schätze und nannte sie sein Eigentum. In ihn hatte sich Zeilon verwandelt, als ihn die Gier korrumpiert hatte. Die Halbgötter mussten schnell feststellen, dass er unantastbar war und jeder ihrer Angriffe mühelos durch ihn hindurch ging. Dank Melodys Visionen fanden sie doch die Lösung für diese Misere heraus. Sie eigneten sich selbst Blutmünzen an und schenkten sie ihrem Herren zurück, woraufhin der Bann gebrochen und Avaritis besiegt werden konnte. Der bewusstlose Zeilon und damit der Letzte der verschwunden Halbgötter war gerettet, ebenso wie die Weiße Stadt Barinos deren Population jedoch auf 40 Prozent ihrer ehemaligen Größe geschrumpft ist.

Vor den Stadttoren wachten alle Halbgötter auf und erzählten bruchstückhaft, woran sie sich erinnern konnten. So erfuhren die anderen von den Gräueltaten der Kultisten und die sieben ehemals Bewusstlosen erfuhren, dass das, woran sie sich erinnerten und was sie in ihrer Erinnerung als unbeteiligter Beobachter erlebten, kein Traum war.
Etwas erschrocken, aber glücklich gingen sie nach Hause und zumindest im Moment waren ihnen die verschwundenen Kultisten und Nagi Tanka egal...

... obwohl eine Silhouette weißer Energie vom Gebirge auf sie hinabblickte.
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BeitragThema: Re: Chronik   Fr Jul 24, 2015 12:51 am

Der Schwingentempel



Langsam aber sicher machte sich eine Aufbruchsstimmung in den Köpfen der Halbgötter breit. Die Aztuura-Insel war paradiesisch gewesen mit ihren weißen Sandstränden, dem hohen Gebirge, den Mamorbauten und den tropischen Wäldern, doch langsam aber sicher sehnten sich die Halbgötter nach Helia, ihrem eigentlichen Zuhause. Kamui, Antares, Janine, Riana, Sethos, Laina und Mara unterhielten sich bereits darüber, wann es losgehen sollte, als sie auf einen Tumult am Stadttor aufmerksam wurde. Eine Frau schlug hart auf einen offenbar völlig verstörten und am Boden liegenden Mann ein und warf ihm dabei vor, ihren einzigen Sohn getötet zu haben. Unsere neugierigen Halbgötter mit einem klitzekleinen Helfersyndrom bahnten sich natürlich sofort den Weg durch die Menge und rissen die Frau von dem Mann runter, ehe sie ihn noch tot schlug. Die Frau schrie und war völlig außer sich, doch der Mann reagierte gar nicht und konnte kaum allein stehen. Ehe die Situation, in der sich Riana und die keifende Frau befanden, zu eskalieren drohte, griff die Stadtwache ein. Gerade als sie den vermeintlichen Mörder festnehmen wollten, begann er plötzlich wie von Sinnen zu schreien, bis nur noch ein erstickter Laut aus seiner Kehle drang. Die Wache nahm ihn in Gewahrsam, doch noch ehe sich die Halbgötter über das Verhalten des Mannes wundern konnten, wurden sie auf Melody aufmerksam, die das Geschehen ebenfalls verfolgt hatte und nun eine Vision empfing. Sie sah den Mann lachend mit seinen Gefährten sprechen, mit denen er anscheinend ins Gebirge gereist war. Sie schienen gute Freunde zu sein, doch die Hitze machte ihnen auf ihrer Wanderung zu schaffen, sodass sie eine Pause machten und erst in der kühleren Nacht weiterreisten. Im Dunkeln jedoch verliefen sie sich und stießen dabei auf einen merkwürdigen Tempel, der aus schwarzen Dreiecken bestand, auf denen sich nicht ein Staubpartikel niedergelassen hatte. Er sah uralt aus und doch so, als hätte man ihn gerade erst erbaut - auf eine mystische Weise erschreckend und wunderschön zugleich. Die Männer zögerten, doch dann wollten sie den Tempel betreten, um eventuell auf Menschen zu treffen, die sie nach dem Weg fragen konnten. Ob dieses Vorhaben gelang, sah Melody jedoch nicht mehr, sondern spürte nur noch nackte Panik und hörte laute Schreie. Dann brach die Vision ab, woraufhin ihre Augen zu bluten begannen und sie temporär erblindete. Melody bekam es mit der Angst zu tun, doch die übrigen Halbgötter fühlten sich an die Schlacht um Sabaylon erinnert, als Sagarmatha ebenfalls etwas gesehen hatte, was sie nicht sehen durfte und deshalb aus den Augen geblutet hatte. Die Gruppe vermutete um diesen sonderbaren Tempel ein schreckliches Geheimnis, dem der Mann und seine Freunde zum Opfer gefallen waren. Und vermutlich war der Mann gar kein Mörder, sondern war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort?
Zwar wollten unsere Halbgötter abreisen, ja, doch ein solches Abenteuer konnten sie nicht einfach ignorieren.
Der Weg ins Gebirge erwies sich als lang und beschwerlich und es dauerte sogar zwei ganze Tage bis die Halbgötter endlich ihr Ziel erreichten: Vor ihnen in einer breiten Schlucht erhob sich ein schwarzer, pyramidenartiger Tempel mit steinernen Schwingen. Er schien aus einem gänzlich unbekannten Material zu bestehen und nicht wirklich zu dieser Welt zu gehören. Allein seine Anwesenheit verbreitete ein riesiges Unbehagen in den Halbgöttern. Er wirkte uralt und doch so, als hätte ihn gerade erst jemand erbaut - irreal und unwirklich. Eine starke Macht wirkte hier, stärker als all das, was die Halbgötter bisher gekannt hatten. Doch ehe sie den Tempel erreichten, wurden sie von einer goldgepflasterten Ebene aufgehalten, auf der sich mehrere Säulen und künstlich angelegte Teiche befanden. Und dort wurden sie von einem alten Bekannten - Sunukkuhkau - empfangen. Er entpuppte sich als neugewonnener Verbündeter der mysteriösen Nagi Tanka, die ihm befohlen habe, den Tempel mit seinem Leben zu beschützen. Und dazu hatte er sich Freunde aus der Unterwelt geholt. Antares, Vangis, Epicus, Advokaos, Janine, Kamui, Aurora, Octavian, Marek, Melody, Illium, Mara, Zeilon, Enjia, Silentia, Riana, Sethos, Milaileé, Lucy, Caroline, Laina, Takeo und Kalevi bekamen es mit den Schrecken der Vergangenheit in untoter Form zu tun, die allesamt allerdings quicklebendig aussahen: Malandra und Kraixos, das sadistische Geschwisterpaar aus Sabaylon, der schreckliche Drache des Ares, der unheilvolle Todeslich und die gefährliche Wasserhypnotiseurin - sie alle unterstützten Sunukkuhkau dabei, den Tempel vor den Halbgöttern zu verteidigen. Ein wilder Kampf entbrannte, in dem viele Halbgötter das Bewusstsein ließen. Der Lich tauchte die Arena in seine unheilvolle Aura und ließ jegliche Heilung und positiven Effekte ins Gegenteil umschlagen. Erst als er besiegt wurde, war es Enjia und Laina überhaupt erst möglich ihre verletzten Kameraden zu heilen. Auch der feuerspeiende Drache des Ares stellte sich als sehr robust und mächtig heraus. Viele verloren den Kampf gegen ihn und mussten sich seiner mächtigen Angriffe geschlagen geben. Doch auch Undine wusste ihre Gegner dank Hypnose gegeneinander auszuspielen und nutzte das Wasser wie eine Meisterin. Malandra und Kraixos gingen wie gewohnt blutrünstig zu Werke und nutzten all ihre schmutzigen Tricks. Doch zum Glück konnte ihre Verschmelzung zu Mandrax dank Melodys und Silentias Visionen verhindert werden. Sunukkuhkau selbst blieb natürlich auch nicht untätig und entpuppte sich als eine wahre Koryphäe auf Ebene der psychisch-gewaltsamen Manipulation. Am Ende jedoch gelang es den Halbgöttern die Feinde zu besiegen und Sunukkuhkau endgültig zu töten.
Der Tempel war bereit, betreten zu werden. Doch hinter "Nagi Tankas Arena" wartete ein unendlich tiefer, jedoch nicht sehr breiter Graben auf die Halbgötter. Zwar waren die meisten sportlich und der Sprung nur ein Klacks, doch die Aura des Tempels ließ sie vor Angst bibbern, als sie über diesen sprangen. Todesangst und die Sehnsucht zu fliehen machte sich in ihnen breit. Gerade als sie den Tempel erreichten, passierte etwas sehr Merkwürdiges. Für einen Moment verschluckte ein Schatten die Sonne und tauchte die Welt für eine Sekunde in pechschwarze Dunkelheit. Niemand konnte sich bisher das Phänomen erklären und es war auch schnell wieder vorbei, als wäre es nie da gewesen, doch beunruhigend war es auf jeden Fall nicht nur für die Halbgötter, sondern für alle Menschen auf der Aztuura-Insel. Über den Pforten, die in den Tempel hineinführten, prangte das bekannte Zeichen der Kultisten: Ein Kreis, der ein Viereck umschließt, der ein Dreieck umschließt. Doch Melody sah in einer Vision, dass dieses altbekannte Zeichen nicht nur das Zeichen der Kultisten war, sondern vielmehr das der Gestirne! Und sie standen vor nichts Geringerem als einen Gestirnstempel, den die Götter vor 10.000 Jahren hierher in die noch unbesiedelte Gebirgslandschaft der Aztuura-Insel verfrachtet hatten. In der Vision erfuhren sie auch, dass die Wände des Tempels nicht berührt werden sollten, weil sie hoch gefährlich waren! Ebenso sollte keine Waffen gezückt und nicht geflogen werden. Demut sollte die Halbgötter in den Tempel begleiten, auch wenn manche von ihnen anfangs Schwierigkeiten damit hatten. Als sie jedoch die Dunkelheit des Tempels betraten, die jegliches Licht zu verschlucken schien, verging auch den Rebellischsten unter ihnen der Mut. Sie waren umgeben von einem schwarzen Nichts und nur eine Art Treppe aus umgekippten, schwebenden Pyramiden mit merkwürdigen Insignien führte nach oben in einen anderen Raum. Vor Angst bibbernd folgten die Halbgötter der Treppe und gelangten durch einen Torbogen in einen Raum, der unwirklicher als alles schien, was sie jemals gesehen hatten. Ein schmaler Weg führte durch den Raum zu einer weiteren einzelnen Pyramide, doch der Rest des Raums schien aus einem Puzzleteil des Weltalls zu bestehen - aus Dunkelheit und Abertausenden von Sternen. Als Mara ihre Hand in eine kleine Nische unterhalb der Pyramide steckte, öffnete sich diese und gab den Blick auf eine blutrote, medizinballgroße Sphäre frei. Niemand wusste sich zu erklären, was das für ein Ding war und wessen Blut es enthielt. Tatsächlich war es das komprimierte Blut eines der Blutopfer seitens der Kultisten: Das Opfer der Geißel und Iones zerlegten Opfer in Helia...
Doch darauf kam bisher niemand. Sie diskutieren kurz, was sie mit der Sphäre tun sollten, nahmen sie dann jedoch in Gewahrsam, ehe die Kultisten sie in die Finger bekamen. Auch wenn manche Kameraden dagegen waren, so entschied sich die Mehrheit für den Diebstahl der Kugel und tatsächlich kamen sie davon, ohne dass der Tempel sie betraft hätte.
Nun standen sie jedoch vor dem vielleicht größten Rätsel, welches ihnen bisher begegnet war:
Was war das für eine seltsame Kugel?
Wessen Blut enthielt sie?
Warum wollten Nagi Tanka und ihre Kultisten den Tempel und die Kugel so immens verteidigen?
Und: Würden sie sie jetzt wiederholen wollen?

Fürs Erste entschieden sich die Halbgötter dafür, die Insel hinter sich zu lassen und gemeinsam mit der Blutsphäre aufs Festland zurückzureisen, um Sagarmatha um Rat zu bitten.
Doch manche bösen Augen beobachteten die Halbgötter auf ihren Reisen wachsam. Und diese Augen sahen alles und wussten alles.
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BeitragThema: Re: Chronik   So Sep 27, 2015 8:43 pm

Sagarmathas Vision



Nach einem kurzen Aufenthalt in Helia lockte das Training mit den Erhabenen des Himmels einen Großteil Halbgötter nach Sabaylon, wo auf dem Gebiet des Jadeturms verschiedene Erweiterungsübungen für göttliche Fähigkeiten angeboten wurden. Die Blutsphäre, die sie noch immer im Gepäck hatten, geriet dabei jedoch nicht in Vergessenheit. So kamen Kallos, Antares und Chochokpi eines Abends auf die Idee Sagarmatha aufzusuchen, um sie um Rat zu fragen. Diese war jedoch vollkommen überrascht von dem Fund, den die Halbgötter ihr dort offenbarten. Sie ließ sie sogar wissen, dass die Gestirnstempel selbst unter den großen Gelehrten stets für Mythen gehalten wurden und dass noch nie ein Mensch vom Fund eines Gestirnstempels berichtet hat. Auch die Blutssphäre war Sagarmatha ein einziges Rätsel, jedoch spürte sie eine befremdliche, uralte und unheilvolle Macht, die von diesem Gegenstand auszugehen schien. Ferner bat sie Antares darum, neben ihm noch weitere Halbgötter aufzutreiben, die den Tempel selbst betreten hatten, damit sie vielleicht von ihnen eine Vision erhaschen und sich selbst ein Bild vom Tempel machen konnte.

Am nächsten Tag traf sich die Anführerin der Erhabenen des Himmels in Begleitung mit Annapurna mit einigen Halbgöttern, die den Gestirnstempel höchstpersönlich betreten hatten. Als sie sie berührten und Sagarmatha wiederum ihre Hände auf die Kugel legte, empfing sie tatsächlich eine Vision, die sie mit den anderen teilte. Sie sah den Tempel durch ihre Augen und auch die Sphäre in ihrem Schrein. Doch darüber hinaus verriet die Vision ihr, wie das Blut in die Sphäre gelangt war. Schuld war die Vernichtung der Geißel, deren Blut das Gestirnszeichen in den Sand gebrannt hatte, welches magisch in die Kugel hineinteleportiert worden war. Geendet hatte die Vision damit, dass Sagarmatha und die Halbgötter sich selbst sahen wie sie genau in diesem Moment in der Pagode saßen und die Kugel zu Beben begann. Erst stürzte durch das Beben die Pagode zusammen, dann der Jadeturm und schließlich die ganze Stadt, was vermutlich nur der Anfang einer großen Zerstörung war.
Die Vision endete mit einem Schrecken, der zwar einerseits beruhigte, da die letzten Bilder nicht Wirklichkeit geworden waren, doch ein Riss im Boden der Pagode bewies, dass es durchaus hätte passieren können und dass die Kugel eine Macht birgt, die sogar noch gefährlicher war als vermutet. Sie hätte die Fähigkeit, die Welt ins Chaos zu stürzen und zu vernichten. Ein Indiz dafür, dass die Macht der Kugel die ganze Welt betraf, war, dass die Verdunklung des Himmels kurz bevor die Halbgötter den Schwingentempel betreten hatten, auf der ganzen Welt zu sehen war wie Annapurna und Sagarmatha bestätigten.
Ebenso lag nun die Vermutung nahe, dass es neben dieser einen Blutssphäre noch zwei weitere geben musste, da in dieser sich nur das Blut der Geißel gesammelt hatte. Doch im Laufe der Abenteuer, die die Halbgötter bestritten, hatte sich noch zwei weitere Male Blut in ein Gestirnszeichen gebrannt: in Ägypten vor den schwarzen Bergen und in Sabaylon, als der Krieg beendet wurde. Ferner ist auch bekannt, dass es insgesamt drei Gestirne gab, die in einem Zyklus von Schöpfung und Zerstörung die Welt erschaffen hatten. Wo sich die anderen Kugeln bzw. Tempel befanden, blieb allerdings ein Rätsel.
Die Halbgötter beschlossen, dass sie die Kugeln irgendwie finden mussten und dass vielleicht sogar Vadenta der Schlüssel dazu war, der bekanntermaßen mit der mysteriösen Nagi Tanka zusammenzuarbeiten schien, die offenbar ein hohes Tier in der Riege der Kultisten war. Eine Reise nach Griechenland stand also fest: ob nun auf kriegerischem oder diplomatischem Weg.
Antares äußerte jedoch die Idee, die Kugeln in der Höhle des Geistes aufzubewahren, damit sie nicht aus Versehen eine große Zerstörung anrichteten. Doch dazu benötigten sie natürlich wieder die Schlüssel der Länder und einer davon befand sich zufällig auch wieder in Vadentas Obhut.

Sie kamen um den gefährlichen Imperator also nicht mehr herum, wenn sie die Welt vor den Kultisten retten wollten.
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BeitragThema: Re: Chronik   Mi Jan 13, 2016 10:05 pm

Die Zenitflut



Doch ehe die Halbgötter sich weitere Gedanken um die mysteriösen Kugeln machen konnten, rief ein ganz anderer Auftrag nach ihnen. Die Gilde der Jäger, auf die sie bereits auf der Aztuurainsel getroffen waren, war völlig überlastet und ein offenbar gefährlicher und dringender Auftrag musste erledigt werden. Die Gilde bat die Halbgötter in einem Brief auf die Insel Nagime überzusetzen – eine kleine, asiatische Insel südöstlich von Sabaylon.
Nach einer kurzen Diskussion sagten sie zu und trafen wenige Tage später auf Kapitän Ephraim und seine Crew, die ebenfalls zur Gilde der Jäger gehörten und in Funabashy auf ihre Helfer warteten.
Ephraim besah sich die große Halbgottgruppe – Janine, Kamui, Aurora, Melody, Illium, Kallos, Chochokpi, Mara, Vangis, Antares, Zahra, Leatrice, Riana, Sethos und Lucy. Die Größe der Gruppe hätte das Schiff eindeutig überlastet, doch sie konnten sich darauf einigen, einige Crew-Mitglieder hier zu lassen und dafür Schiffsarbeiten zu übernehmen. Die Fahrt konnte beginnen und innerhalb einer kurzen Besprechung wollte Kapitän Ephraim den Halbgöttern die Lage schildern und ihnen einen kurzen Exkurs in Sachen Meeresungeheuer-Jagd mit auf den Weg geben. Zuerst wusste niemand so genau, um welches Monster es sich genau handelte, vor dem die ganze Insel zitterte, denn die gewöhnlichen Meeresmonster in dieser Gegend seien weder groß noch gefährlich. Deshalb konnte auch Ephraim den Halbgöttern nicht mehr Informationen geben als die, über die der Brief die Halbgötter bereits informiert hatte – dass die Mission vermutlich sehr gefährlich war. Doch der Exkurs war ein voller Erfolg. Die Halbgötter lernten, dass man auf See mit Harpunen jagte und im Idealfall die Monster von kleinen Booten angriff und nicht vom Schiff – dem Hauptquartier der Mission – aus. Dies sollte als sicherer Rückzugsort dienen und nie beschädigt werden.
Ehe Ephraim den Halbgöttern jedoch weitere Tipps geben konnte, stürmte ein aufgeregter Matrose in die Kapitänskajüte und rief die versammelte Gruppe nach draußen, um etwas Seltsames zu melden. Als sie das Deck betraten, waren sie umgeben von nebelartigen Wolken, die jedoch warm und feucht waren als handelte es sich weniger um Nebel als vielmehr um Wasserdampf. Zudem trieben auf der Wasseroberfläche einige tote Fische. Die Halbgötter und Ephraim grübelten gemeinsam, was hier passiert sein konnte und tippten zuerst auf vulkanische Aktivität, die das Meer erhitzt hatte, doch eigentlich gab es hier keine Vulkane. Als schließlich zu allem Überfluss ein toter Wal an die Oberfläche trieb, beschlossen ein paar Crew-Mitglieder Proben von dem Wal zu nehmen und ließen sich in einem kleinen Rettungsboot hinunter ins Wasser. Lucy und Mara leisteten ihnen dabei Gesellschaft. Doch dann geschah etwas Unvorhersehbares. Eine kochend heiße Wasserfontäne schoss auf dem Wasser und verkochte Ephraims Gesicht, welches er kurz zuvor über die Reling gebeugt hatte. Auch die Matrosen waren der Fontäne zum Opfer gefallen. Lediglich Lucy und Mara konnten noch rechtzeitig geborgen werden. Doch von der einstigen Crew der Gilde blieben nur noch zwei Matrosen übrig. Zu allem Überfluss wurde das Schiff plötzlich von einem großen Ungetüm gerammt und die Halbgötter setzten alles daran, das Schiff so schnell wie möglich nach Nagime zu navigieren. Doch es war zu spät und es leckte unaufhörlich, ehe es in sich zusammen brach und die letzten Crew-Mitglieder das Leben kostete. Die Halbgötter stürmten in das letzte Rettungsboot und ruderten, was das Zeug hält. Doch lange konnte das kleine Boot das Gesamtgewicht aller nicht tragen, weshalb sie die letzte halbe Meile nach Nagime schwimmen mussten und erschöpft und durchgefroren an den Strand der Insel gespült wurden. Müde schleppten sie sich in die Stadt und wurden prompt von zwei Schwarzwächtern und ihrer miesepetrigen Kommandantin angehalten, die kaum glauben mochte, dass die durchnässten ‚Witzfiguren‘ ernsthaft glaubten, sie konnten ihnen helfen. Doch nach einigem Herumgeplänkel und böswilligen Kommentaren überließ sie den Halbgöttern eine Unterkunft und kündigte ihnen einen Besuch beim Bürgermeister an, dem sie gleich am nächsten Tag nachkommen sollten.
Am nächsten Morgen wurden sie von den Rotwächtern unter die Lupe genommen, die noch über den Schwarzwächtern anzusiedeln waren, doch auch die waren eher skeptisch, was die Qualität ihrer ‚Retter in der Not‘ anging, zumal diese sich nicht einmal ausweisen konnten. Dennoch führten sie sie in die Festung des Bürgermeisters – einer Art kleinen Burg, die sogar mit Kanonen gespickt war, die sich gegen Piratenangriffe richten sollten. Der Bürgermeister Pochikoch entpuppte sich als sehr viel umgänglicher und positiver als seine Wachen und nahm die Halbgötter gerne in seinem Heim auf, um sie zu bewirten. Von ihm erfuhren sie nun auch Details zu ihrem Auftrag. Vor einem halben Jahr sollen rätselhafte Vorfälle begonnen haben. Fischerboote verschwanden spurlos, obwohl es weder stürmisch noch neblig war. Später verschwanden sogar ganze Schiffe und das in demselben Dunst, dem das Schiff der Gilde bereits zum Opfer gefallen war, sodass die Fischer das Rausfahren mieden, sobald der Dunst auftauchte. Jedoch dämmte das den für die Insel überlebenswichtigen Fischfang ein, was allein schon eine Katastrophe darstellte. Doch dazu kam der Zeitdruck, der bereits im Brief an die Halbgötter erwähnt wurde. Denn es dauerte nur noch vier Wochen, dann würde die Insel aufgrund der Zenitflut, die alle paar Jahre die Insel fast komplett unter Wasser setzte, vom Meer verschluckt werden und bis dahin mussten alle Einwohner der Insel von den übrigen zwei Schiffen geborgen werden. Doch solange das Monster, der bisher nur als Tiefenkaiser bezeichnet wurde, dort draußen war, war dieses Unterfangen mehr als gefährlich… Jetzt sahen die Halbgötter ein, dass also auch sie in Gefahr waren, denn ihr Schiff war schließlich auch nicht mehr. Was den Tiefenkaiser selbst betraf, wussten die Inselbewohner nur, dass er über zwanzig Meter groß sein musste und alles fraß, was ihm in die Quere kam. Da sie mit mehr Informationen noch nicht dienen konnten, sahen sich die Halbgötter erst einmal die Insel an und lernten viele verschiedene Menschen kennen. Dabei erfuhren sie, dass der Tiefenkaiser unter anderem die Verbindungsbrücken zwischen den verschiedenen Landmassen der Insel auf dem Gewissen hatte, indem er durch die mit Meereswasser gefüllten Schluchten durchgeschwommen war und die Brücken abgerissen hatte. Dies schnitt die Einwohner zu allem Überfluss auch noch vom Holzvorkommen des Waldes als auch vom Vieh ab. Somit schlossen sich ein paar der Halbgötter zusammen, um die Brücken zu erneuern und wurden dabei tatkräftig von den Dorfbewohnern unterstützt. In der Stadt sammelten ein paar andere das Vertrauen der Einheimischen, indem sie sich mit ihnen unterhielten und sie und die Insel besser kennenlernten. Darunter auch Amra, ein Seemann, der sich geschworen hatte, das Biest selbst zur Strecke zu bringen. Melody und Chochokpi lernten währenddessen den Botenjungen Teliansi kennen, der ihnen vom Begräbnis Dovis berichtete, der erst vor kurzer Zeit verstorben war. Er galt als Sonderling, als ein verrückter Erfinder, der zu Tode kam, als er den alten Stollen besuchte, der über ihm zusammenbrach. Der Schmied Noziel soll ihn seiner Zeit gefunden haben, woraufhin die beiden ihn als nächstes aufsuchten. Von ihm erfuhren sie mehr über den Erfinder, der gar nicht so närrisch war wie ihn die Leute beschrieben. Laut Noziel hatte er einen Plan, wie man den Tiefenkaiser bezwingen konnte und angeblich hätte er ihn sogar mit eigenen Augen gesehen. Eine Blaupause verriet, dass er Erz abbauen wollte, damit Noziel ihm eine riesige Harpune anfertigen könnte. Angeblich befänden sich sogar noch mehr Pläne in seinem Haus, wie Melody in einer Vision feststellen konnte. Also hieß das nächste Ziel Dovis chaotisches Haus, welches auf den Kopf gestellt wurde, um Pläne und Notizen zum Thema Tiefenkaiser zu finden. Tatsächlich fanden sie einige Notizen in Dovis hinterlassenem Chaos. Er hatte herausgefunden, dass der Tiefenkaiser sogar die 30m-Marke knackte und es sich zudem um eine abnormale Kreatur handeln musste, die sich von ihren Artgenossen in dem Grat ihrer Gefährlichkeit unterschied. Zudem fanden sie Pläne für ein besonders robustes Schiff, ausgestattet mit riesigen Harpunen und Kanonen, welches Dovi bauen wollte. Den Rumpf hatte er bereits ganz allein fertig gestellt, wie Riana und ein paar andere Halbgötter in Dovis riesiger Scheune feststellen konnten. Die Halbgötter sahen die Pläne der „Vergeltung“ als echte Chance und beschlossen Dovis Arbeit zu vollenden. Sie bauten Erz ab, hackten Holz und baten den Stadt-Schneider Linus um Segeltücher. Während der Arbeiten tauchte der Tiefenkaiser erstmals in der Nähe der Insel auf und hätte beinahe Amra, Kamui und Chochokpi auf dem Gewissen gehabt, die sich auf einem weit ins Meer hinausragenden Steg aufgehalten hatten. Dieser Steg war nun Geschichte und der Tiefenkaiser musste vertrieben werden. Mit den Kanonen auf Pochikochs Festung wurde er beschossen, wobei Kallos und Aurora den Rotwächtern zur Hand gingen. Sie konnten ihm zwar nicht verwunden, jedoch erst einmal aus der Reichweite der Insel vertreiben. Janine konnte mit dem Einverständnis der Bevölkerung die Kanonen von der Festung für das Schiff gewinnen, während Vangis mit Unterstützung weitere Kanonen bergen konnten, die vom untergegangenen Gilden-Schiff angespült worden waren. Eine letzte Gruppe fand weitere Kanonen im Inneren einer alten Piratenhöhle.
Nachdem das Schiff komplett fertig gestellt worden war, war die Zeit der Zenitflut  beinahe gekommen. Als letzter Schliff fehlte noch ein interessanter Köder für den Tiefenkaiser. Den fanden Kamui und ein paar andere auf der Nachbarinsel von Nagime – Vajira, die von manch gefährlichen Raubtieren bevölkert war, auf die die Halbgötter jedoch glücklicherweise nicht trafen. Sie angelten sich einen abnormal großen Fisch, den sie am Schiff befestigten. Gerade wollten sie die Fertigstellung des Schiffes feiern, schon wurden die Glocken geläutet: Die Flut kam! Und damit begann das Finale…
Sie lockten den Tiefenkaiser an, der nicht lange auf sich warten ließ und sich als abnormer Abgrundhai entpuppte. Es entbrannte ein harter Kampf auf stürmischer See, doch die Halbgötter arbeiteten gut zusammen. Sie teilten sich die Aufgaben an Bord und griffen das Monster abwechselnd mit verschiedenen Kanonen, Harpunen und Nahkampfangriffen an. In einem letzten Angriff und getroffen von einem grellen Blitz verlor das Biest dann schlussendlich sein Leben und sowohl die Insel als auch die Halbgötter waren endlich gerettet. Sie kehrten auf einem Handelsschiff nach Funabashy zurück und wurden einige Tage später von der Gilde kontaktiert, die sie über ihren Auftrag ausfragten und die Belohnung aushandelten. Ephraim und seine Crew würde jedoch niemals vergessen werden. Und auch dem einstigen ‚Verrückten‘ Dovi wurde nun auf Nagime ein Denkmal errichtet, denn ohne seine Genialität wären wahrscheinlich alle umgekommen.

Aus diesem Grund galt der Dank nicht nur den Halbgöttern, sondern auch der Gilde, Dovi und allen Helfern auf Nagime. Ein Beispiel für eine wunderbare Zusammenarbeit, die in Notzeiten noch wichtiger war als je zuvor.
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BeitragThema: Re: Chronik   Do Jan 14, 2016 8:52 pm

Schneeflöckchen, wann kommst du geschneit?



Als strahlende Helden kehrten die Halbgötter nach ihrem Sieg über den Tiefenkaiser zum Jadeturm zurück und wurden bereits von den Erhabenen des Himmels in der Pagode erwartet. Sogar Enjia und Zeilon waren aus Helia gekommen, um die Helden zu empfangen und um ihnen ihr neuestes Familienmitglied vorzustellen: Amber. Das stille, unkomplizierte Würmchen mit den bernsteinfarbenen Augen und dem dunklen Teint lag brav in Zeilons Armen und musterte die vielen Gesichter, die sich näherten und – zugegeben – ziemlich erschöpft aussahen. Auch Janine wollte sich das neue Wunder gerne ansehen, doch seit sie Gumega verlassen hatte, ging es ihr gar nicht gut. Ihr wurde heiß, was seit ihrer Schwangerschaft gar nicht mehr der Fall gewesen war und begann sogar augenscheinlich zu schwitzen. Kamui, der dies alles argwöhnisch beobachtete und sich sehr über Schweißausbrüche seiner besten Freundin wunderte, die in ihrem ganzen Leben noch nie geschwitzt hatte, kam ihr gerade noch rechtzeitig zur Hilfe, als sie plötzlich das Bewusstsein verlor. Schnell stand fest, dass hier nichts schwitzte, sondern dass das Eis in Janines Körper schmolz, welches ihr Kind so lange am Leben gehalten hatte. Beinahe drei Monate zu früh setzten die Wehen ein und mit ihnen ein seltsamer Schneefall mitten im Oktober. Schnell wurde Janine ins Krankenzimmer bugsiert und Kamui holte das Kind mit Enjias Assistenz auf die Welt. Es war ein Mädchen, welches Janine und Antares auf den Namen Eleonore – kurz: Leonie – tauften. Die Geburt war hart gewesen und hatte an den Kräften von Mutter und Tochter gezehrt. Doch auch Kamui kam nicht ungeschoren davon, denn noch während des Geburtsvorgangs stellte sich heraus, dass Leonie das Feuer beherrschte, welches ihren Paten beinahe verbrannt hätte. Doch trotz ständigen Fieberanfällen überlebte Leonie die ersten Tage und war schnell über den Berg, was allerdings nicht bedeutete, dass sie ihren Liebsten weiteren Kummer ersparte. Sie vertrug ihre eigene Hitze nicht und wie Janine alsbald in einem Traum von ihrer Mutter erfuhr, war sie als Wächterin des eisigen Elements vorgesehen, obwohl sie dieses trotz ehemaliger Vermutungen nicht beherrschte. Irgendwas mussten sich die Eltern einfallen lassen, um Leonie von der Bürde des Feuers zu retten. Und ganz nebenbei musste endlich die Frage geklärt werden, wer nun der leibliche Vater des wundersamen, blonden und blauäugigen Kindes war – Antares oder Kanchenjunga.
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BeitragThema: Re: Chronik   Do Feb 04, 2016 11:46 pm

Niemand stiehlt mir meine Kinder!



Der Winter war nun endgültig über Asien hereingebrochen und ließ Sabaylons Straßen unter einer puderweißen Decke aus Neuschnee verschwinden. Während sich die meisten Halbgötter in den kuscheligen Zimmern des Jadeturms verkrümelten und sich mit Tee und Keksen die kalten Tage versüßten, so gab es doch immer noch ein paar wackere Helden, die auch den kalten Temperaturen mit Stolz entgegentraten, auch wenn das Ziel nur ein simpler Einkaufsbummel war. So kam es dazu, dass sich Illium, Melody, Kallos, Jokka, Leatrice und Keala in einer vom Stadtzentrum abgelegenen Schenke wiederfanden, nachdem sie der Witterung bis hierher getrotzt hatten. Bei einem guten Würzwein wurden sie auf ein älteres, vom Krieg gegen die Nordsöhne gezeichnetes Paar aufmerksam, die den Kellner darauf ansprachen, ob mittlerweile Hinweise eingegangen wären, wo sich ihre Kinder aufhalten könnten. Die neugierige Gruppe erfuhr, nachdem das Paar die Schenke verlassen hatte, dass dieses seit nunmehr drei Jahren die Schenke aufsuchte – immer wieder voller Hoffnung, Hinweise auf den Verbleib ihrer Kinder zu finden, die seit dem Einfall der Nordsöhne in Sabaylon verschwunden waren. Niemand wollte dem Paar wirklich ins Gesicht sagen, dass jeder glaubte, die Kinder seien längst tot, doch allmählich wurden ihre Fragen den Kellnern und auch dem Wirt der Schenke lästig. Die gutseligen Halbgötter jedoch eilten dem Paar gleich hinterher, um sich die Geschichte auch aus ihrer Sicht anzuhören. Von den sorgenvollen Eltern erfuhren sie, dass sie zu Kriegszeiten ihre Kinder in ihre Berghütte ins Gebirge geschickt hatten, damit sie nicht dem Krieg zum Opfer fielen. Als das Paar schließlich im Tal Vorräte besorgen wollten, gerieten sie in eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen den Nordsöhnen und der asiatischen Garde und wurden dabei so schwer verletzt, dass ein Rückweg erstmal unmöglich war. Zudem wurden sie mit anderen Verletzten erst einmal nach Helia verfrachtet, um sich dort in Sicherheit auskurieren zu können. Shugo und Ryushin überlebten die Kämpfe zwar und kehrten sofort nach Asien zurück, als die Nordsöhne verdrängt worden waren, doch als sie in ihrer Berghütte ankamen, waren beide Kinder offenbar schon länger nicht mehr da. Zurück in Sabaylon setzten die beiden Eltern alle Hebel in Bewegung, um ihre Kinder zu finden, doch schien keiner der anderen Überlebenden etwas über sie zu wissen, wodurch die Eltern nur eine Antwort sahen:
Sie mussten noch in den Bergen sein! Die Halbgötter bezweifelten zwar, dass zwei kleine Kinder die lange Zeit allein in den Bergen überlebt haben mochten, doch natürlich wollten sie sich selbst davon überzeugen und suchten die Berghütte auf. Niemand schien in letzter Zeit hier gewesen zu sein – das verriet die zentimeterdicke Staubschicht auf den Möbeln und das zerbrochene Spielzeug, was anscheinend nie jemand weggeräumt hatte. Jedoch empfing Melody eine Vision, die ihr verriet, dass die Kinder geflohen waren, als sie durch ein Fenster gesehen hatten, dass sich Nordsöhne der Hütte näherten. Diese wollten sich an den Vorräten in der Hütte bedienen, als sie auf die fliehenden Kinder aufmerksam wurden und ihnen folgten. Natürlich gingen auch die Halbgötter den Pfad entlang, auf dem die Kinder in Melodys Vision zu fliehen versucht hatten. Am Ende des Pfads stießen sie auf eine hohe Hecke aus dornigen Ranken und eine weitere Vision zeigte, dass die Kinder durch eben diese Hecke geklettert waren, um ihren Verfolgern zu entkommen. Also mussten die Halbgötter wohl oder übel auch durch diese Hecke klettern, auch wenn sie alles andere als einladend aussah. Nicht nur die Dornen verunsicherten die Gruppe, sondern eher die zerfledderten Leichenteile, die sowohl von erwachsenen Menschen als auch von Rakshasas zu stammen schienen und überall vor und in der Hecke verteilt herumlagen. Ein fröhliches Kinderlachen gepaart mit einer weinenden jungen Frau rührten doch den Ehrgeiz der Halbgötter, die mutig durch die Hecke stiegen und sogar wohlbehalten auf der anderen Seite der Hecke ankamen, wo das Kinderlachen allerdings verstummte. Stattdessen tauchte eine weitere kleine Hütte im Nebel auf. Eine weitere Vision Melodys verriet den Halbgöttern, dass hier mal eine Frau gewohnt haben musste, die ihre Kinder verloren hatte. Als die Halbgötter eintraten, fanden sie die Hütte allerdings solange leer vor bis sie in den Nebenraum schritten, in dem eine nackte Frau zusammengekauert auf dem Boden saß und weinte. Jegliche Kontaktversuche gingen ins Leere, doch schon bald meinten sie von einer alten Frau erlöst zu werden, die die Halbgötter ins Visier nahm. Die Gruppe wägte sich schon in Sicherheit, doch eine Berührung der Alten zeigte, dass es sich bei ihr um eine Holzpuppe handelte, die von einem rachsüchtigen Pflanzengeist gelenkt wurde in Gestalt der kauernden Frau, die sich erhob und ihre grässliche Fratze entblößte. Es entbrannte ein Kampf primär gegen die hölzerne Puppe, die die Halbgötter mit Ranken angriff. Der Frauengeist hatte Angst, die Halbgötter könnten ihre Kinder entführen und blockte jegliche Kontaktversuche weiterhin ab. Erst als Melody durch die Bodenluke, auf der die Frau zuvor gesessen hatte, hinunter in den Keller huschte, rastete sie aus und folgte der Asiatin. Gemeinsam schafften es die Halbgötter die Nageki Onna in Schach zu halten, doch diese holte sich Verstärkung in Form von den vier Nordsöhnen, die damals die echten Kinder des Geistes in ihrer Raserei getötet hatten, ehe sich die Frau mit einer Ranke erhängte und dadurch zu einem Pflanzenelementargeist wurde. Leatrice gelang es jedoch die Geister zu bannen, während die anderen im Keller auf Kokons stießen, in denen die Nageki Onna Menschen verschiedener Altersklassen aufbewahrte und am Leben hielt, weil sie offenbar der Meinung war, sie seien ihre Kinder. Dabei ging sie so weit, dass sie eines ihrer Kinder eher in den Tod schickte als es entführen zu lassen wie es einst die Nordsöhne versucht hatten, nachdem sie sie geschändet und ehe sie die Kinder totgeschlagen hatten. Sie beschwor eines aus seinem Schlaf und ließ es in Illiums Armen explodieren, was sie so sehr unter Schock setzte, dass es Jokka und Melody doch noch gelang mit ihren Illusionen und medialen Verbundenheit Kontakt zu der Nageki Onna aufzunehmen. Geschockt von ihrer eigenen Gnadenlosigkeit gab sie den Kampf gegen ihre Rachsucht auf und schloss sich Melody an. Daraufhin konnten die noch lebenden „Kinder“ befreit werden. Auf dem Rückweg entdeckten die Halbgötter im Gebirge sogar noch einen weiteren Schrein der Sehnsucht, der dem auf der Aztuurainsel sehr glich und sicher noch nützlich werden würde.

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BeitragThema: Re: Chronik   Sa Mai 14, 2016 10:14 pm

Goldene Schwingen



In den kommenden Wochen, die die Halbgötter im Jadeturm verbrachten, wurde die Gruppe von emotionalen Konfrontationen geradezu erschüttert. Während die disziplinierte Riana Opfer wurde ihrer inneren Dämonen, die die unschuldige Liacina und auch Mordan in arge Bedrängnis brachten, sah Kallos ein, dass es mit Mara dringend eine Aussprache geben musste. Auch die Liebe von Janine und Antares wurde auf eine harte Probe gestellt. Der Gefühlsaustausch untereinander riss tiefe Wunden in den Herzen der Halbgötter auf und eigentlich hatten sie weitaus genug Sorgen. Doch eines Morgens tauchte eine Naga-Kriegerin aus dem See des Jadeturms auf und berichtete der Gruppe von einer massiven Bedrohung. Sie gehörte dem Clan der Nagas unter Königin Serpentia an, die der Stadt Sabaylon bei den Wiederaufbaumaßnahmen halfen, doch nun sahen sie sich nicht weiter im Stande die Stadt zu unterstützen. Ein gefährlicher Garuda mit Edelstein besetzter Krone griff seit einiger Zeit den stolzen Clan an und dezimierte die Zahl der Nagas. Um ihren Stamm nicht weiter zu gefährden, wollte Serpentia sich mit ihren Kriegerinnen zurückziehen und wie Hilfeleistungen für die Wiederaufbauarbeiten einstellen, solange der Garuda in ihrem Gebiet wütete. Die Halbgötter sahen einen großen Verlust auf Sabaylons erneutes Erblühen zukommen, der unbedingt verhindert werden musste. Also versprachen sie der Naga, dass sich die Gruppe um den Garuda kümmern würde. Leider wusste niemand so genau, was ein Garuda eigentlich war und auf welche Angriffsstrategien sie sich vorbereiten mussten. Also suchten die Halbgötter den Außenposte der Jagdgilde in Sabaylon auf, um Informationen einzuholen über den Garuda. Es sollte sich um ein acht Meter großes Monster mit menschlichem Körper und goldenen Flügeln handeln, den Todfeind der Nagas. Dieser sollte sogar eine menschliche Gestalt annehmen können, um seine Opfer zu täuschen. Mit den Informationen im Gepäck entwickelten die Halbgötter eine Strategie. Im Dschungel sollten Seile aufgespannt werden, in der sich der Garuda verheddern konnte. Mit direkten Angriffen sollte er geschwächt werden, ehe ihm der Bolzen einer versteckten Balliste den Garaus machen sollte. Und so brachen Kamui, Marek, Advokaos, Riana, Sethos, Keala, Kallos, Zeilon, Chochokpi und Enjia in den Dschungel auf, während Mordan und Liacina bei der Balliste warteten, die auf einer Lichtung aufgestellt und dort getarnt worden war. Es dauerte auch nicht sehr lange, als die Gruppe auf einen Wandersmann traf, der anhand seiner stechenden Augen schnell als Garuda identifiziert werden konnte. Erst gab er sich vermeintlich diplomatisch und riet den Halbgöttern von einem Angriff ab, um deren Leben nicht beenden zu müssen. Stattdessen schlug er vor, lieber die Nagas anzugreifen und eine Goldfeder als Belohnung einzuheimsen. Doch die Halbgötter blieben hartnäckig. Plötzlich wurde der Garuda auf Advokaos aufmerksam und geriet völlig in Rage. Er beschimpfte ihn als Schlangenbrut und verwandelte sich schließlich in den meterhohen Vogelmenschen, den es zu bezwingen galt. Dieser griff mit seiner gefährlichen Klingenscheibe und kräftigen Böen an, die die Halbgötter ins Schwitzen brachten. Es entbrannte ein Kampf, dem Advokaos leider unterlag, denn der Garuda fokussierte sich wie besessen auf ihn. Zu allem Überfluss scherten ihn die Angriffe der Halbgötter weniger als erwartet und die Wunden, die ihm zugefügt werden konnte, heilte er mit einer magischen Lotusblüte. Doch schließlich gelang es, den Garuda auf die Lichtung mit der Balliste zu locken, wo er sich in den Seilen verfing. Die abgeschossenen Bolzen von Liacina und Mordan, die plötzlich aus dem Nichts auf den Garuda zu schnellten, trafen jedoch weniger gut ins Ziel. So gelang es der Kreatur, sich zu befreien und die Balliste zu zerschmettern. Dabei erlitten Liacina und Mordan dasselbe Schicksal wie Advokaos. Der Kampf schien endgültig verloren, denn der Garuda sammelte seine Kraft zum finalen Schlag auf seine Feinde. Der Gruppe wurde bewusst, dass ihr letztes Stündlein geschlagen hatte, als plötzlich aus dem Nichts ein weiterer Bolzen auf den Garuda zuflog, der ihn durchbohrte und mit einer an den Bolzen befestigten Kette an einem Baum festnagelte. Nicht nur der Garuda war von dieser Aktion völlig überrascht, auch die Halbgötter wussten gar nicht wie ihnen geschah. Lucy entpuppte sich als Retterin in der Not, denn sie hatte sich an einer weiteren Balliste platziert, die ebenfalls getarnt war und als Notlösung galt. Von der wussten nicht einmal die anderen Halbgötter etwas. Schlussendlich stellte sich jedoch heraus, dass es Antares Plan gewesen war, den er Riana mitgeteilt hatte und die ihn schließlich verwirklicht hatte. Dank Antares klugem Kopf konnte der Garuda nun mit gezielten Nahkampfangriffen doch noch bezwungen werden und garantierte dabei die weitere Hilfe der Nagas am Wiederaufbau. Die Gruppe bereicherte sich an einem Haufen Goldfedern. Wieder einmal hatten die Halbgötter der Stadt einen großen Dienst bewiesen, doch mehr noch: Antares hatte bewiesen, dass ihm wirklich etwas am Schutz der Gruppe lag.
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BeitragThema: Re: Chronik   Mo Nov 14, 2016 8:49 pm

Abrupter Aufbruch



Antares ausgefuchste Strategie, die den Halbgöttern im Kampf gegen den Garuda das Leben rettete, sollte auch von den übrigen Gruppenmitgliedern nicht unbemerkt bleiben. Die Halbgötter rückten wieder näher zusammen und reflektierten besonders über Ereignisse, die schon länger zurücklagen. Beispielsweise rückte der Krieg zwischen Antares und Mara wieder in das Gruppengedächtnis, der eskaliert war, als Antares anscheinend versuchte, Mara hinterrücks zu vergiften. Damals hatte er immer wieder behauptet, er sei es nicht gewesen, der ihr die Giftflasche untergejubelt hatte, doch niemand außer seinen Liebsten hatte ihm geglaubt. Nun war die Gruppe sich dessen uneinig und kamen sehr bald auf den Trichter, dass Gift eigentlich ganz und gar nicht Antares Stil war, sondern viel eher die Waffe einer Frau. Und es gab nur eine Frau, die davon profitierte, dass sich die Gruppe gegen Antares richtete: Annapurna. Als sie diese gemeinsam in die Mangel nahmen, gab sie ihre List zu und wurde von Sagarmatha harsch zurechtgewiesen. Doch der Genuss, Annapurna in ihre Schranken verwiesen zu haben, währte nicht lange. Als die Halbgötter gemeinsam Mittagessen waren und geschlossen zum Jadeturm zurückkehrten, fanden sie urplötzlich ihr gesamtes Hab und Gut versammelt vor dem Eingangstor vor. Verwundert sprachen sie die Bedienstete an, die vor dem Tor Wache hielt und erfuhren, dass ein gewisser Herr Kanchenjunga veranlasst hatte, dass die Halbgötter des Jadeturms verwiesen wurden. Völlig perplex entschieden sie, ihre ohnehin geplante Abreise aus Sabaylon vorzuverlegen und verschwanden mit Sack und Pack zurück nach Helia. Sie hatten ohnehin noch eine wichtige Sache zu erledigen, denn vor nicht allzu langer Zeit erhielten die Halbgötter eine Nachricht von einem Boten des Widerstands, der sich mit ihnen in einer neutralen Herberge hatte treffen wollen. Als sie jedoch dort ankamen, fanden sie in dem besagten Zimmer nicht mehr und nicht weniger vor als eine unerklärliche Menschenpfütze an der Zimmerdecke. Ansonsten war das Zimmer jedoch unbeschädigt. Es gab keine Spuren eines gewaltsamen Einbruchs. Und eben diesen Vorfall wollten die Halbgötter ohnehin besser früher als später Taisa in Helia melden. So verleiteten all diese Ereignisse die Halbgötter zu einem überstürzten Aufbruch.
Allesamt vermuteten sie im Übrigen, dass Kanchenjunga ihnen die Sache mit Annapurna wahrscheinlich übelgenommen hatte und er deshalb seine Konsequenzen gezogen hatte, die vor allem deshalb durchgingen, weil Sagarmatha als Anführerin zuvor abgereist war und vermutlich gar nichts von dem neuesten Treiben mitbekommen hatte. Janine allerdings vermutete noch einen weiteren Grund, der Kanchenjungas Reaktion erklärte, denn ihrer Meinung nach hätte er sie niemals vor die Tür gesetzt, egal was Annapurna ihm erzählt hätte. Leider hatte sie zuvor ein ernstes Gespräch mit ihm über Antares geführt und dabei durchblitzen lassen, dass sie noch Hoffnung in der Beziehung mit Antares sah. Kanchenjunga interpretierte allerdings ihre Worte so, dass sie sich gegen ihn entschieden hätte. Lange hielt er Janine trotz ihren andauernden Versuchen, Kontakt zu ihm aufzunehmen, hin. Dann jedoch suchte er sie eines Abends persönlich auf, indem er von Zaltana erfuhr, wo sich ihre Wohnung befand. Zwar konnten die beiden Halbgötter ihre Missverständnisse aufklären, doch bei den übrigen Halbgöttern entschuldigte sich Kanchenjunga nicht. Außerdem machte sich der Wirt des Goldenen Tröpfchens ziemlich unbeliebt bei seinen liebsten Stammkunden, da seine Feigheit anscheinend dafür sorgen konnte, dass er die Aufenthaltsorte der Halbgötter leichtfertig verriet, sobald er sich ein wenig unter Druck gesetzt fühlte. Dies schätzten die Halbgötter als eine nicht zu unterschätzende Gefahr ein, zumal sie noch immer vom griechischen Imperium gesucht wurden, deren zahlreiche Soldaten durch Helias Straßen patrouillierten. Als die Halbgötter schließlich Taisa und die anderen Widerstandsmitglieder in ihrem Quartier aufsuchten und ihnen von dem Fund der grotesken Menschenpfütze berichteten, reagierten diese fassungslos. Niemand konnte sich erklären, wie jemand einen derart guten Boten auf diese abscheuliche Art und Weise hatte töten können und erst recht nicht wer. Doch Feinde hatte der Widerstand wahrlich mehr als genug. Das sollte sich in den nächsten Tagen zeigen, denn ein neuer Leutnant unter Vadentas Kommando hatte es sich zur Aufgabe gemacht, dem Widerstand einen vernichtenden Schlag zu verpassen…
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BeitragThema: Re: Chronik   Mo Nov 14, 2016 9:30 pm

Spieglein, Spieglein



Der vernichtende Schlag äußerte sich durch einen aufgeregten Mann, der die Halbgötter auf einem Trainingsfeld aufsuchte und hektisch darüber informierte, dass der Widerstand gerade angegriffen wurde. Die Halbgötter zögerten nicht lange und stahlen sich ihren Weg durch die Stadt bis hin zum Quartier, wo allerdings Seelenruhe herrschte. Wie immer standen wenige Mitglieder des Widerstandes in der Nähe des Quartiers und schoben Wache. Als sich die Halbgötter verwundert abwenden wollten, wurden sie auf eine Gestalt aufmerksam, die ihnen offenbar gefolgt war. Aus Angst, den Aufenthaltsort des Widerstands verraten zu haben, verfolgten sie den Mann und liefen geradewegs einer Patrouille aus griechischen Soldaten in die Arme, die angeführt wurde von einem mittelalten Herrn mit Monokel – Leutnant Mymikros. Erst versuchten die Halbgötter sich mit Charme aus der brenzligen Situation herauszuwinden, doch da stießen sie auf Granit. Als die Armee in der Gasse vorrückte, blendete Mymikros die Halbgötter mit einem Handspiegel. Doch weitere Gedanken machten sie sich darüber erst einmal nicht. Wichtiger war es, das Weite zu suchen. Sie liefen durch die Gassen Helias, gerieten dabei allerdings in eine Sackgasse zwischen zwei Armee-Fronten. Es gelang ihnen dennoch die Flucht, indem sie gemeinsam gegen einige Krieger Vadentas kämpften. In den folgenden Tagen waren die Halbgötter ganz besonders vorsichtig. Sie mieden öffentliche Plätze, da sie sich stets von Soldaten bedroht fühlten. Dabei gelang es jedoch einem gewitzten Imitator, Unruhe in der Gruppe zu stiften. Er tauchte in den Körpern von Janine, Antares, Kealas und Kallos Körpern auf und erschlich sich von den Halbgöttern intime Informationen über den noch immer nicht ganz geheilten Gruppenzusammenhalt, aber auch über die berüchtigte Blutsphäre. Alsbald gelang es Sebastian, den Imitator als Leutnant Mymikros zu identifizieren, als er ihm in sein Quartier folgte, welches rein zufällig der griechische Militärstützpunkt war.  Dort konnte er belauschen, dass Mymikros einen Überraschungsangriff auf das Widerstandsquartier plante. Unsere Halbgötter wollten ihm jedoch zuvorkommen und sich gleichzeitig für die Kopie ihrer Identitäten rächen. Sie fuchsten gemeinsam einen eigenen Plan aus, der das Band der Gruppe endgültig wieder festigte. Sie teilten sich in Gruppen mit verschiedenen Aufgaben auf. Während einige beim Widerstand selbst blieben und andere die Blutsphäre bewachten, taten sich Nayla und Jokka zusammen, um die Soldaten des Nachts aus ihrem Stützpunkt zu locken. Mit Doppelgängern und Trugbildern erschufen sie laute Versionen der Halbgötter, die verkündeten, dass sie schleunigst die Stadt verlassen wollten. So folgten ihnen die Soldaten planmäßig und ließen lediglich ihren Leutnant zurück. Die Gruppe aus Janine, Kamui, Antares, Zeilon und Kallos stahlen sich unbemerkt in den Stützpunkt, um Mymikros den Garaus zu machen. Dieser lockte sie allerdings in ein tückisches Spiegelkabinett, in dem sie es zuerst mit mächtigen Spiegelgolems zu tun bekamen. Als diese jedoch besiegt waren, schüttelte Mymikros sein letztes Ass aus seinem Ärmel. Mitsamt seinem anscheinend magischen Spiegel verwandelte er sich in niemand geringeren als den Imperator persönlich. Mit Vadentas kopierter Macht versetzte er Janine einen Schlag, ließ sie durch sämtliche Spiegel rasen bis sie am anderen Ende des Raums gegen die Wand prallte, wobei ihre Knochen zersplitterten und sie nur durch ein Wunder dem Tode entronnen war. Doch auch Mymikros sollte diesen Schlag bereuen. Der unfassbaren Macht, die plötzlich seinem Körper innewohnte, hielt er nicht stand und er alterte im Nu unfassbar schnell und zerfiel vor den Augen der Halbgötter zu Staub. Zuvor hatte er ihnen allerdings noch die wahre Natur des Spiegels verraten. Es handelte sich um den Spiegel der Aphrodite, ein altes Relikt der Götter mit der Macht, sich Optik, Erinnerungen und Fähigkeiten derjenigen Personen anzueignen, die sich in diesem Spiegel spiegelten. Ebenso sollten unsere Halbgötter die Nebenwirkungen des Spiegels kennenlernen, denn der ergraute Mymikros sei erst fünfundzwanzig Jahre alt gewesen, als er damit begann, den Spiegel zu verwenden. Er stahl ihm sämtliche Lebensjahre.
Nun hatten die Halbgötter zwar einen grandiosen Sieg gegen das Imperium errungen, jedoch auch etwas Erschreckendes festgestellt. Vadentas Macht war bereits in kopierter Form in der Lage, eine der mächtigsten Halbgöttinnen mit einem Schlag beinahe zu vernichten, hätte Aphrodite Janine nicht noch in letzter Sekunde vor dem Tode bewahrt. Dennoch ließen die Halbgötter nicht von ihrem Vorhaben ab. Sie nahmen sich weiterhin vor, nach Ägypten zu reisen, im Elfenbeinturm zu trainieren und schließlich Atlantis vom Einfluss des Imperiums zu bereinigen, um Vadentas militärische Basis zu vernichten. Ganz nebenbei wollten sie im Elfenbeinturm nun noch mehr über den Spiegel der Aphrodite herausfinden. Doch erst einmal musste Janine genesen. Außerdem warteten noch andere Aufgaben auf die Halbgötter. Und dazu zählte nicht nur die Auswahl eines Gruppennamens, der die „Bewahrer der Freiheit“ auf ewig verbinden sollte.
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BeitragThema: Re: Chronik   Di Apr 04, 2017 7:40 pm

Die Untergrund-Auktion



Obwohl die Halbgötter nun allesamt unter einem Gruppennamen verbunden waren, sollten sie jedoch noch für einen Abend voneinander gespalten werden. Marek, Jokka und Mireille erfuhren von Slim, dem Barmann des Ouroboros, dass alsbald eine große Auktion im Untergrund der Stadt stattfinden sollte. Bei dieser Auktion sollten seltene Güter versteigert werden – insbesondere allerlei Gewürze und Tinkturen, die auch Slim für sein Getränkeangebot verwendete. Aus Vorsicht vor Konkurrenz und Preistreibereien wollte er der Auktion jedoch nicht selbst beiwohnen, obwohl seine Vorräte langsam zu Neige gingen. Aus diesem Grund bat er seine drei Stammkunden darum, ihm jene Zutaten von der Auktion zu besorgen, auf die er es abgesehen hatte. Neben dem Opalkobragift, dem Thirakodin und den Hadesfeigen interessierte sich Slim ebenso für den Vitrawein und das kostbare Silberöl. Für die Auktion stellte er seinen Gesandten einen Sack voll Münzen und eine kleine Reserve zur Verfügung. Da er mit einer satten Belohnung winkte, sagten Mireille, Marek und Jokka nicht nein. Was diese allerdings nicht wussten, war, dass die Konkurrenz nicht schlief. Auch Zaltanas Vorräte neigten sich dem Ende zu und auch er musste als Wirt des Goldenen Tröpfchens bestens ausgestattet sein mit allerlei besonderen Spezialitäten, die es nur auf dieser Auktion zu erwerben gab. Auch er wagte es sich nicht, sich selbst auf der Auktion blicken zu lassen. Sicherlich mochten ihn ähnliche Gründe wie Slim von diesem Vorhaben abhalten, doch hatte er im Gegensatz zu seinem Konkurrenten einen Ruf zu verlieren, der nicht vorsah, dass er sich in zwielichtigen Gegenden umhertrieb, um teilweise sogar illegale Substanzen zu erwerben. Außerdem war er faul. So schickte er Janine, Antares und Kallos auf die Pirsch, um ihm getrocknete Feuerhornblätter, Rhoodienölsamen und ein Fläschchen der Venustinktur zu besorgen. Allerdings interessierte er sich ebenso wie Slim für den Vitrawein und das kostbare Silberöl. Auch Zaltana stattete seine Gesandten mit einem Säckchen Münzen aus, welches jedoch weitaus weniger reichlich gefüllt war als jenes, welches Slim seinen Gesandten zur Verfügung gestellt hatte. Dafür gewährte er den Halbgöttern eine größere Reserve.
Am Tag der Auktion verschlug es beide Auktionärsgrüppchen in einen zwielichtigen Untergrundbasar, der sich hinter einem falschen Werbeschild verbarg, welches angeblich auf einen Dung-Verkauf hindeutete. Als alle Bietenden Platz genommen hatten, wurden die wertvollen Güter an die Meistbietenden versteigert. Beide Gruppen erhaschten dank ihrer Fähigkeiten und ihres Geschicks einige Waren zu günstigen Preisen. Doch als es in die heiße Phase ging und sich beide Gruppen für dieselben Waren interessierten, wurden die ersten unfairen Mittel ausgepackt. In einer kurzen Auktionspause stellten sie sich gegenseitig zur Rede und erklärten sich den Kleinkrieg. Illusionen, Diplomatie, Preistreiberei machten sich unter den Bietenden breit und ihnen war plötzlich kein Mittel mehr zu schade, um die begehrten Waren zu ergattern. Am Ende konnten Zaltanas Gesandte den Vitrawein für sich gewinnen, während Team Slim beim kostbaren Silberöl die Nase vorn hatten. Belohnt wurden allerdings beide Gruppen von den Wirten, die trotz jeweils eines Verlustes ziemlich glücklich aus dieser Auktion herausgingen.
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BeitragThema: Re: Chronik   Mo Mai 08, 2017 8:42 pm

Sherlock vs. Maulwurf



Nachdem die Untergrund-Auktion beendet war und die verfeindeten Bieter-Parteien einen Waffenstillstand geschlossen hatten, suchten ein paar Halbgötter ihre Verbündeten im Widerstandsquartier auf, um nach dem Rechten zu sehen. Rein zufällig schien das Grüppchen gerade zur rechten Zeit dort aufgeschlagen zu sein, denn wie sie von Taisa erfuhren, hatte der Widerstand in jüngster Vergangenheit einen herben Rückschlag erlitten. In einer geheimen Mission wollte ein Elite-Team der Gilde einen wichtigen militärischen Stützpunkt des Imperiums angreifen. Jene Aktion wurde im kleinen Kreis über Wochen hinweg geplant, doch als sie durchgeführt wurde, schien das Imperium in Form des schrecklichen Hauptmann Tarbos und seiner Truppe die Widerstandskämpfer bereits zu erwarten. Viele Kriegerinnen und Krieger, darunter ein wichtiger Kämpfer, der den Namen Torion trug, ließen in dieser Schlacht ihr Leben und die Hinterbliebenen mussten klammheimlich den Rückzug anstreben. Nun hing der Haussegen im Widerstands-Hauptquartier natürlich mächtig schief. Niemand konnte sich erklären, wie eine derart ausgetüftelte Mission so mir nichts dir nichts fehlschlagen konnte. Taisa vermutete, dass es unter denen, die in den Plan eingeweiht waren, einen Maulwurf geben musste. Um die Moral der Gruppe jedoch nicht zu gefährden, hing er seine Mutmaßungen nicht an die große Glocke. Stattdessen bat er die Halbgötter um detektivische Hilfe. In Einzelgesprächen sollten insgesamt fünf Verdächtige verhört werden, aus denen der Maulwurf ermittelt werden sollte. Selbstverständlich willigten ein paar Freiwillige gerne ein und übernahmen die Aufgabe. Zahra für ihren Teil sprach mit Zibelle, die als Strategin des Widerstandes mit dem Plan bestens vertraut gewesen war. Ihr Motiv hätte darin bestehen können, den verstorbenen Widerstandskämpfer Torion in den Tod zu schicken, da sie mit diesem liiert gewesen war, von ihm allerdings regelmäßig betrogen wurde. Kamui wiederum sprach erst mit Vurio, einem Frontkämpfer des Widerstandes, der den Plan aus erster Reihe ausführte. Auch er wäre ein möglicher Verdächtiger, denn der verstorbene Torion war ihm ein Dorn im Auge, zumal Vurio unsterblich in Zibelle verliebt war und auf diese Weise einen Konkurrenten ausgeschaltet hätte. Im Anschluss sprach Kamui noch mit Aeskalap, der sich allein durch sein nervöses Stottern verdächtig machte. Außerdem hatte der verstorbene Torion gerne auf ihm herumgehackt. Zu guter Letzt sprach Kallos mit Flavius, dem Berater des Widerstandes. Auch er hätte ein Hühnchen mit Torion zu rupfen gehabt, der einst in sein Quartier eingebrochen war, um seine Unterlagen durcheinander zu bringen. Im Endeffekt stellten sich Vurio, Zibelle und Aeskalap als ehrliche Häute heraus, die trotz ihrer Motive mit bestem Wissen und Gewissen die anstehende Mission meistern wollten. Flavius hingegen konnte von den Halbgöttern als Verräter entlarvt werden, der dem Imperium heimlich Informationen über den Widerstand zukommen gelassen hatte. Just in dem Moment, als die Halbgötter ihn festnehmen wollten, aktivierte er die mystische Kraft eines Affentotems, welches er stets bei sich trug. Mit diesem Totem stahl er Zahra, Kamui und Kallos jeweils einen ihrer Sinne und verschwand durch einen Geheimgang aus dem Verhörzimmer. Kamui konnte plötzlich nichts mehr hören, während Zahra erblindet und Kallos stumm geworden war. Mit ihren fehlenden Sinnen mussten sie sich gegenseitig helfen, um den Geheimgang zu entdecken, Fallen zu überwinden und Flavius zu folgen. Als sie ihn in einem unterirdischen Raum, in dem er pausiert und eine Banane gegessen hatte, zur Rede stellten, aktivierte Flavius eine weitere Fähigkeit seines Totems. Er verwandelte sich in einen Affenmenschen. Das bedeutete allerdings, dass die erste Wirkung des Totems, die unseren Halbgöttern die Sinne geraubt hatte, verpuffte und diese Flavius trotz Verwandlung spielend leicht das Handwerk legen konnten. Im Endeffekt wurde Flavius Taisa ausgeliefert und der entschied sich für eine Bestrafung des Maulwurfs und eine Belohnung für die Halbgötter, die dafür gesorgt hatten, dass der Widerstand gereinigt wurde von internen Wanzen.
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